Obama will US-Hausbesitzern helfen

275 Mrd. Dollar

Obama will US-Hausbesitzern helfen

Das 275 Mrd. Dollar-Paket soll Millionen US-Bürger vor der Zwangsversteigerung retten, für Spekulaten soll es allerdings kein Geld geben.

US-Präsident Barack Obama will mit bis zu 275 Milliarden Dollar (umgerechnet 218 Mrd. Euro) Hausbesitzern unter die Arme greifen. Als nächstes Projekt zur Stützung der amerikanischen Wirtschaft stellte Obama am Mittwoch im Bundesstaat Arizona ein Paket vor, das Millionen US-Bürger vor der Zwangsversteigerung retten soll. Unter anderem will er die Hypotheken-Finanzierer Fannie Mae und Freddie Mac stärken. Der Plan muss vom Kongress verabschiedet werden, wo Obamas Demokraten die Mehrheit halten.

Der Plan hat drei Hauptkomponenten: Ein Fonds mit 75 Milliarden Dollar (59,5 Mrd. Euro) soll Hausbesitzern helfen, die Probleme haben, ihre Raten zu zahlen. Zudem dürften Fannie und Freddie weitere 100 Milliarden Dollar in Hypotheken investieren, um die Vergabe neuer Kredite zu fördern. Schließlich könnten die beiden Finanzierer weitere 100 Milliarden Dollar erhalten, um sie gegen Verluste bei der Ausweitung ihrer Tätigkeit zu schützen.

"Unnötig komplizierter Plan"
Experten zeigten sich zunächst gespalten. "Das ist ein guter Plan, aber er ist unnötig kompliziert", sagte Michael Cheah von AIG SunAmerica. "Es könnte Nebenwirkungen geben." Es könne Versuche geben, das System zu missbrauchen. Andrew Bekoff von LPB Capital sprach dagegen von einer echten Hilfe. "Die Kombination von Maßnahmen der Regierung und zusätzlicher Mittel für Fannie und Freddie dürfte dabei helfen, dass Millionen von Amerikaner ihre Häuser behalten können."

Kein Geld für Spekulanten
Die staatlichen Hilfen werden nach den Worten Obamas verhindern, dass "die schlimmsten Konsequenzen dieser Krise ... noch verheerendere Folgen für die gesamte Wirtschaft haben". Die staatlichen Hilfen sollen Millionen normalen Amerikanern helfen, die angesichts der Immobilien- und Wirtschaftskrise in Not geraten seien, sagte der US-Präsident. Es werde aber keine Finanzhilfen aus Steuermitteln für "verantwortungslose" und "skrupellose" Spekulanten oder Kreditgeber sowie an Leute geben, die sich beim Kauf ihrer Häuser sehenden Auges finanziell völlig übernommen hätten.

Obama erhielt für diese Worte besonders viel Beifall. Das Geld aus dem Finanzrettungsplan der Regierung soll vor allem US-Bürgern zu Gute kommen, die ihren Hypothekenzahlungen - etwa wegen Arbeitslosigkeit - kaum noch nachkommen können oder aber angesichts sinkender Hauspreise und einer hohen Hypothek völlig überschuldet sind. Neue Regeln für die Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac sollen die Refinanzierung von hoch verschuldeten Häusern ermöglichen. Davon würden vier bis fünf Millionen Hausbesitzer profitieren können. Zudem sollen auch Kommunen Gelder erhalten, um die Qualität von problematischen Wohngebieten heben zu können.

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