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BNP-Chef trat auf

Demonstranten stürmen BBC-Gebäude

Heftige Proteste gegen einen Fernsehauftritt von rechstextremem Politker.

Der Auftritt des rechtsextremen britischen Politikers Nick Griffin in einer Polit-Sendung der BBC hat heftige Proteste ausgelöst. Etwa 500 Menschen demonstrierten in der Nacht auf Freitag vor dem Londoner BBC-Studio, in dem die beliebte Sendung "Question Time" ("Fragestunde") mit Griffin aufgezeichnet wurde. Der Chef der British National Party (BNP) und Europaabgeordnete versicherte darin, kein Holocaust-Leugner zu sein.

Die Demonstranten vor dem Fernsehstudio im Westen der britischen Hauptstadt hielten Plakate mit der Aufschrift "Stoppt den BNP-Faschisten" oder "Die BNP ist eine Nazi-Partei" hoch. Nach Angaben der Polizei drangen etwa 30 Demonstranten in das BBC-Gebäude ein. Draußen kam es zu Zusammenstößen zwischen einigen Demonstranten und der Polizei. Dabei seien drei Beamte verletzt worden, einer von ihnen wurde mit einer Kopfverletzung ins Krankenhaus gebracht. Sechs Menschen wurden festgenommen. Die Protestierenden zündeten auch Rauchbomben.

Griffin "kein Nazi"
Der stellvertretende BBC-Chef Mark Byford erklärte, mit der Einladung an Griffin komme der Sender seiner Pflicht nach, unparteiisch zu sein. Außerdem habe sich der BNP-Politiker in "Question Time" "harten Fragen" der Zuschauer stellen müssen. An der TV-Diskussion nahmen unter anderem auch Justizminister Jack Straw, die schwarze US-Dramatikerin Bonnie Greer und die aus Asien stammende konservative Politikerin Sayeeda Warsi teil.

Griffin wurde in der Sendung mit seinen eigenen Zitaten konfrontiert. Er wies Vorwürfe zurück, er sei ein Nazi. Vielmehr sei er "in den Augen der britischen Nazis der verhassteste Mann in Großbritannien", da die BNP unter seiner Führung nicht länger "eine offen anti-semitische und rassistische Organisation" sei. Auch den Holocaust wolle er nicht leugnen, sagte Griffin. Er habe sich lediglich sehr kritisch gezeigt "gegenüber der Art, wie der Holocaust missbraucht wird, um ernsthafte Diskussionen über Einwanderung zu verhindern". Aus seiner Sicht müsse sein Heimatland "im Wesentlichen ein britisches und christliches Land bleiben".

Randgruppierung
Nach dem Urteil vieler Zuschauer schadete sich Griffin mit dem Auftritt selbst. Er habe nervös gewirkt und sich ständig widersprochen, sagte Show-Besucher David Kernohan. "Das Publikum hat ihn schlicht bloßgestellt. Er hat sich lächerlich gemacht."

Die BNP führte bisher in der britischen Politik-Landschaft eine Randexistenz, bei den Europawahlen im Juni kam sie aber mit Parolen wie "Britische Jobs für britische Arbeiter" auf mehr als sechs Prozent und zwei Mandate im Europaparlament. Griffin hatte unter anderem gesagt, im Falle eines EU-Beitritts der Türkei würden "80 Millionen muslimische Niedriglohn-Türken Großbritannien überschwemmen". Außerdem forderte er, Boote mit Flüchtlingen aus Afrika zu "versenken".

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