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Trotz niedriger Inzidenz

Deutsche Regierung will FFP2-Masken für Kinder einführen

Auf oe24.TV hatte Kanzler Kurz verkündet, dass die Maskenpflicht bei entsprechender Infektionslage ab 22. Juli auch in Öffis und im Handel fallen soll. Unterdessen sieht Deutschland nun Bedarf für FPP2-Masken für Kinder.

Die deutsche Bundesregierung will jetzt auch FFP2-Masken für Kinder einführen. Die Regierung sehe "angesichts des fortgesetzten Pandemiegeschehens einen Bedarf für geeignete Kindermasken zum Zweck des Infektionsschutzes", heißt es in einer Antwort des Arbeitsministeriums auf eine Anfrage der Grünen, die AFP am Sonntag vorlag.

Niedrige Sieben-Tages-Inzidenz

Die Corona-Lage in Deutschland entspannte sich indessen weiter. Am Wochenende lag die Sieben-Tage-Inzidenz erstmals seit neun Monaten wieder im einstelligen Bereich. Das Robert-Koch-Institut (RKI) gab den Inzidenzwert am Sonntag unter Berufung auf die Gesundheitsämter mit 8,8 an. Am Samstag hatte die Sieben-Tage-Inzidenz bei 9,3 gelegen und war damit erstmals seit gut neun Monaten in den einstelligen Bereich gefallen.

Die Masken-Debatte fokussierte sich am Sonntag auf die Frage, warum es bisher keine speziellen FFP2-Masken für Kinder gibt. Weil solche Masken bisher fehlen, hat dem Bundesarbeitsministerium zufolge das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) im Einvernehmen mit dem Bundesgesundheitsministerium "die Normung einer Infektionsschutzmaske" beim Deutschen Institut für Normung initiiert, die auch Masken in Kindergrößen berücksichtigen solle.

Statement des Gesundheitsministeriums

Das Bundesgesundheitsministerium betätigte, dass die Normung von Kindermasken "Bestandteil des geplanten fachlichen Austauschs" mit dem Arbeitsministerium sei. "Eine Erkenntnis aus der Pandemie ist, dass wir Standards für Infektionsschutzmasken speziell für Kinder entwickeln müssen", erklärte das Gesundheitsministerium am Sonntag auf Anfrage.

Verbraucherschutz spricht von "Armutszeugnis"

Die verbraucherpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Tabea Rößner, nannte es ein "Armutszeugnis, dass nach 16 Monaten Corona-Pandemie noch immer keine spezifischen FFP2-Masken für Kinder auf dem Markt verfügbar sind". "Beim gezielten Schutz der Kinder hat die Bundesregierung hier versagt", kritisierte die Grünen-Politikerin.

Die FFP2-Maskenpflicht in Schulen sei zwar aufgehoben worden. Viele Kinder benutzten in Bus und Bahn aber die auf Erwachsene ausgerichteten Masken. "Es ist unverantwortlich, dass die Bundesregierung angesichts der schon so lange anhaltenden pandemischen Lage nicht früher tätig geworden ist", kritisierte Rößner.

Das Arbeitsministerium verwies seinerseits darauf, dass bei der Überprüfung einer Halbmaske der Klasse FFP2 nach der Europäischen Norm zehn Probanden mit unterschiedlichen Gesichtsformen teilnehmen. Einige Hersteller wählten dabei auch Menschen mit kleinen und schmalen Gesichtsformen aus. Es sei daher nicht ausgeschlossen, "dass Masken hergestellt und geprüft werden, die im Bereich Infektionsschutz für Kinder und Jugendliche geeignet sind".
 



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