Iranerin

Weltpolitik

''Ihr könnt mich töten, nicht stoppen''

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Frauen im Iran: Sie schneiden aus Protest ihre Haare ab. Ihre Wut kann die Macht der Mullahs brechen. 

Teheran. Wieder kämpfen im Iran Millionen Frauen für Freiheit. Das Regime kontert brutalst. Mutige Frauen und Mädchen verbrennen öffentlich ihre Kopftücher, reißen sich den Ganz­körperschleier vom Leib, schneiden sich die Haare ab, demonstrieren, riskieren ihr Leben für einen Funken Freiheit, Selbstachtung: „Dieser Staat lehnt es nicht nur ab, Grundrechte und Menschenwürde zu respektieren. Er foltert und tötet sein eigenes Volk“, schreien sie. Oder: „Ihr könnt mich töten, aber nicht mehr aufhalten.“

Mullah-Terror. Fast 80 Personen sind bei den Protesten in den vergangenen Wochen im Iran getötet worden, Tausende sind in Haft, werden verhört, gefoltert. Ausgelöst hat die neuer­liche Protestwelle der Tod der 22-jährigen Mahsa Amini, sie wurde von der Sittenpolizei verhaftet, weil ihr Kopftuch nicht richtig saß, eine Lappalie. Sie überlebte die Verhaftung nicht (siehe unten).
Forderung: »Werft den Iran aus Fußball-WM«

Proteste. Irans Frauen wollen sich vom Terror der Sittenpolizei befreien. Endgültig. Die heftigen Proteste aus dem Iran schwappten auf ganz Europa über, die Menschen zeigen sich solidarisch mit den Frauen im Iran. In Berlin schnitt sich die iranische Schauspielerin Sanaz Safaie vor laufender Kamera ihre Haare ab. Auch im Iran gehen die Proteste weiter. Längst haben sich alle Bevölkerungsschichten der Wutwelle gegen die Mullahs angeschlossen, in mehr als 200 Städten wird demonstriert. Das Regime will das unterdrücken, verbergen. Das Internet wurde abgedreht, Telefonleitungen gekappt.

Entschlossen. Doch die Protestbewegung lässt sich nicht mehr unterdrücken, ist längst zu groß geworden: Jetzt forderte die iranische Frauenrechtsbewegung „Open Stadiums“ den Fußballverband FIFA auf, den Iran von der im November beginnenden Weltmeisterschaft in Katar auszuschließen : „Warum sollte die FIFA dem iranischen Staat und seinen Vertretern eine weltweite Bühne geben?“, heißt es in einem Schreiben. Die deutsch-iranische TV-Moderatorin Natalie Amiri bringt es in einem Essay auf den Punkt: „Die Islamische Republik reagiert zwar mit allen Mitteln, doch die Wut der Menschen ist zu groß.“   

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