Der Juni könnte im Iran die Wende bringen - Falls der moderate Ex-Präsident den Amtsinhaber Ahmadinejad vom Thron stößt.
Der frühere iranische Präsident Mohammad Khatami hat seine neuerliche Kandidatur für die Präsidentenwahlen angekündigt, die im Juni dieses Jahres stattfinden werden. Der moderate iranische Politiker sagte am Sonntag, "dass ich ernsthaft bei den Wahlen kandidieren werde".
Weg mit Ahmadinejad?
Khatami, der bereits von 1997 bis 2005 das
Amt des Präsidenten im schiitischen Gottesstaat innegehabt hatte, ist nach
dem früheren Parlamentspräsidenten Mehdi Karroubi der zweite Kandidat, der
bisher seine Kandidatur bekannt gegeben hat. Der gemäßigte,
reformorientierte schiitische Geistliche könnte damit dem radikalen
Amtsinhaber Mahmoud Ahmadinejad nachfolgen, der 2005 siegreich aus den
Präsidentschaftswahlen hervorging. Khatami war ein angesehener
Ansprechpartner des Westens - im Gegensatz zu Ahmadinejad.
Ayatollah für Ahmadinejad
Der geistliche Führer des Iran,
Ayatollah Ali Khamenei, hatte sich in den vergangenen Monaten zugunsten des
ultrakonservativen Amtsinhabers Mahmoud Ahmadinejad ausgesprochen. Dieser
hat sich selbst aber noch nicht geäußert, ob er wieder antreten werde. Die
Kandidaturen unterliegen der Billigung durch den Wächterrat.
Was gegen Ahmadinejad spricht
Wirtschaftspolitik. Viele Bürger des weltweit viertgrößten Ölförderlandes ächzen unter einer Inflation von knapp 30 Prozent und steigender Arbeitslosigkeit. Außenpolitik. Im Ausland ist Ahmadinejad besonders wegen seiner Anti-Israel- und Atompolitik umstritten. Der Golfstaat steht im Verdacht, unter dem Deckmantel der zivilen Kernkraft-Nutzung den Bau von Atomwaffen anzustreben. Die Regierung in Teheran bestreitet das. |
Foto von Khatami: (co) AP
Foto von Ahmadinejad: (co) Reuters