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Südkoreaner

Laut Taliban sind Verhandlungen gescheitert

Die beiden freigelassenen Südkoreanerinnen sind inzwischen in ihrer Heimat gelandet.

Die Verhandlungen über die Freilassung der 19 südkoreanischen Geiseln in Afghanistan sind nach Angaben der Taliban-Rebellen gescheitert. Nun werde die Taliban-Führung über das weitere Schicksal der Südkoreaner entscheiden, sagte ein Sprecher der Extremisten am Samstag via Telefon der Nachrichtenagentur Reuters. "Die Gespräche sind ohne jedes Ergebnis beendet worden, da unsere Hauptforderung nicht erfüllt wurde", sagte der Sprecher. "Ich glaube nicht, dass weitere Gespräche noch irgendetwas ändern würden."

Die Taliban haben mit der Ermordung ihrer Geiseln gedroht, falls Gesinnungsgenossen nicht freigelassen werden. Die afghanische Regierung hatte dies abgelehnt und für den Fall eines Scheiterns der Gespräche eine gewaltsame Befreiung der Südkoreaner nicht ausgeschlossen.

Freigelassene Frauen in Südkorea angekommen
Vier Tage nach ihrer Freilassung aus mehr als dreiwöchiger Geiselhaft in Afghanistan sind zwei Südkoreanerinnen am Freitag in ihre Heimat zurückgekehrt. Das Flugzeug mit der 32 Jahre alten Kim Ji-na und der 37-jährigen Kim Kyung-ja landete aus Neu Delhi kommend auf dem Internationalen Flughafen Incheon bei Seoul, wie das koreanische Fernsehen berichtete.

Am Montag freigekommen
Nach Vermittlung durch das Internationale Rote Kreuz waren die beiden Frauen am Montag freigekommen. In der Gewalt der radikal-islamischen Taliban befinden sich noch 19 verschleppte Südkoreaner. Die Aufständischen fordern die Freilassung inhaftierter Gesinnungsgenossen. Sie betonten, weitere Geiseln kämen vor einem Einlenken der Regierung in Kabul nicht mehr frei.

Wiederaufnahme der Gespräche unwahrscheinlich
Die radikalislamischen Taliban haben am Freitag keine Bereitschaft für neue Verhandlungen über das Schicksal der verbleibenden 19 südkoreanischen Geiseln erkennen lassen. "Der Führungsrat der Taliban hat noch keine genaue Entscheidung getroffen", sagte Abdullah Jan, ein Taliban-Kommandant in Ghazni, der Nachrichtenagentur AFP. Ein Vertreter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz sagte ebenfalls, eine Wiederaufnahme der Verhandlungen sei "nicht sehr wahrscheinlich".

Die Gespräche seien in der Nacht auf Freitag beendet worden, wurde der Taliban-Sprecher Qari Yousuf Ahmadi vom südkoreanischen Rundfunksender KBS zitiert, sie würden aber möglicherweise am morgigen Samstag wiederaufgenommen. Die Taliban-Rebellen hätten ihre Forderung nach einer Freilassung von Gesinnungsgenossen aus afghanischer Haft im Tausch gegen die Geiseln bekräftigt. Die koreanische Seite habe erneut erklärt, die Erfüllung der Forderung stehe außerhalb ihrer Macht. Die afghanische Regierung unter Präsident Hamid Karzai lehnt die Freilassung kategorisch ab.



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