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Irak

Rice zu Besuch in Bagdad

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Die US-Außenministerin rief die führenden Politiker des Landes auf, die Gewalt zwischen Sunniten und Schiiten einzudämmen.

US-Außenministerin Condoleezza Rice hat die führenden politischen Kräfte des Irak bei einem unangekündigten Besuch in Bagdad zur Überwindung ihrer Meinungsunterschiede aufgefordert. Angesichts der massiven Gewalt zwischen den Religionsgruppen müssten alle Parteien ihre "politische Untätigkeit" beenden, forderte Rice bei Gesprächen mit Mitgliedern der Regierung der nationalen Einheit von Ministerpräsident Nuri al-Maliki am Donnerstag. "Diese Sicherheitslage ist nicht hinnehmbar", sagte die Ministerin. Den Besuch in der irakischen Hauptstadt hatte sie überraschend in ihre derzeitige Nahost-Reise eingefügt.

Sunniten gegen Schiiten
US-Botschafter Zalmay Khalilzad hatte die Gewalt zwischen sunnitischen und schiitischen Muslimen in dieser Woche als das größte Sicherheitsproblem im Irak bezeichnet. Die vor vier Monaten gebildete Regierung Malikis habe nur noch zwei Monate Zeit, um mit der Eindämmung der Gewalt zu beginnen. Der irakische Regierungschef hat die Auflösung der Milizen zugesagt, die für viele Gewalttaten verantwortlich sind. Erschwert wird dies allerdings dadurch, dass einige der Gruppen Verbindungen zu Parteien in der Regierung Malikis haben. Vertreter der Sunniten werfen außerdem der von Schiiten dominierten Polizei vor, häufig mit den Gewalttätern zusammenzuarbeiten.

"Jedem sollte klar sein - und ich glaube, es ist vor allem der irakischen Regierung klar - dass dies dringende Probleme sind, die sie mit großer Eile angehen muss", sagte Rice in Bagdad. Ihr Besuch solle die Unterstützung der USA für Maliki demonstrieren. Diesen nannte sie einen "sehr guten und starken" Ministerpräsidenten. Die Vereinigten Staaten würden ein "engagierter Freund" des Irak bleiben, versicherte sie.

Al-Kaida-Chef Masri nicht tot
Die US-Streitkräfte dementierten am Donnerstag Berichte, wonach der Anführer der Terrorgruppe Al Kaida im Irak, Abu Hamza al-Muhajir alias Abu Ayyub al-Masri, getötet wurde. Es sei "höchst unwahrscheinlich", dass Masri ums Leben gekommen sei, sagte US-Militärsprecher Barry Johnson. Auch der Sprecher des irakischen Verteidigungsministeriums erklärte, bei einer gefundenen Leiche handele es sich nicht um die des Terroristenführers. Das Innenministerium wollte mit Hilfe eines DNA-Tests Klarheit schaffen.

Johnson sagte, bei einer Razzia in der westlichen Provinz Anbar seien kürzlich mehrere mutmaßliche Al-Kaida-Mitglieder getötet worden. Zunächst sei vermutet worden, dass unter ihnen möglicherweise Masri sei. Nach weiteren Abklärungen habe sich dies aber als höchst unwahrscheinlich herausgestellt. Nach Angaben des stellvertretenden Innenministers Hussein Kamal fand die Razzia vor zwei Tagen statt. Weitere Angaben machten weder er noch Johnson.

Zwei arabische Fernsehsender hatten zuvor berichtet, dass die Aufständischen von US-Truppen bei Haditha getötet worden seien. Al Masri hatte die Führung der Al-Kaida im Irak übernommen, nachdem sein Vorgänger Abu Musab al-Zarqawi am 7. Juni bei amerikanischen Luftangriffen nordöstlich von Bagdad getötet worden war.

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