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Gewaltausbruch

Zwei Tote bei Präsidentenwahl in Kenia

Kenia wählt einen neuen Präsidenten. Unruhen überschatten die Wahl. Bislang starben zwei Menschen.

Bei der von Manipulationsvorwürfen überschatteten kenianischen Präsidentenwahl hat es am Donnerstag mindestens zwei Todesopfer gegeben. Beim Verlassen eines Wahllokals im Armenviertel Kibera von Nairobi wurde ein Mann erschossen und zwei weitere verletzt, berichteten Augenzeugen. "Die Bewaffneten tauchten aus dem Wald auf und eröffneten das Feuer", sagte ein Vertreter des Orangenen Oppositionsbündnisses des Präsidentschaftskandidaten Raila Odinga, als dessen Hochburg Kibera gilt.

Menge erschlug Mann vor Wahllokal
Die Polizei meldete einen weiteren tödlichen Zwischenfall. Eine aufgebrachte Menge schlug vor einem Wahllokal in der westlichen Provinz Nyanza einen Mann zu Tode, der im Verdacht stand, im Vorfeld der Stimmabgabe einen Parteianhänger ermordet zu haben.

Odinga lag in den Umfragen vor der Wahl gleichauf mit Präsident Mwai Kibaki, dem Kritiker Versagen bei der Korruptionsbekämpfung vorwerfen. Die Opposition erhob schwere Manipulationsvorwürfe gegen die Behörden. So hätten viele Namen - selbst jener von Odinga - in den Wählerlisten gefehlt und die Wahllokale hätten teilweise mit stundenlanger Verspätung geöffnet. Odinga sprach von einer Verschwörung, zeigte sich aber dennoch siegessicher. "Ich bin sicher, dass wir gewinnen werden - nicht nur mit einer knappen Mehrheit", sagte er.

Seit Wahlbeginn um 04.00 MEZ strömten die Stimmberechtigten "massenweise" in die Wahllokale, wie Augenzeugen berichteten. In Kibera bildeten sich Warteschlangen von mehreren Kilometern Länge. "Die Kenianer erscheinen in großer Zahl zur Wahl", sagte der deutsche Leiter der EU-Wahlbeobachtermission, Alexander Lambsdorff, der am Vormittag mehrere Wahllokale in Nairobi besuchte. Zur Wahlbeteiligung machte die kenianische Wahlkommission zunächst keine offiziellen Angaben. Die Leiterin des Wahllokals in Kibera, Teresia Kiilu, rechnete mit einer höheren Wahlbeteiligung als vor fünf Jahren (57,2 Prozent).

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