Weltstrafgericht beginnt Prozess gegen Islamisten Al Hassan

Prozess in Den Haag

Weltstrafgericht beginnt Prozess gegen Islamisten Al Hassan

Die Anklage beschuldigt den Islamisten der Folter, Vergewaltigung und Zerstörung von Heiligtümern des Weltkulturerbes.

Den Haag. Am Weltstrafgericht in Den Haag hat am Dienstag der Prozess gegen einen mutmaßlichen islamistischen Kriegsverbrecher aus Mali begonnen. Dem 42 Jahre alten Angeklagten werden schwere Kriegsverbrechen sowie Verbrechen gegen die Menschlichkeit in dem westafrikanischen Land vorgeworfen. Die Anklage beschuldigt den Islamisten der Folter, Vergewaltigung und Zerstörung von Heiligtümern des Weltkulturerbes.
 
Rebellen, die mit der Terrormiliz Al-Kaida verbündet waren, hatten 2012 die historische Wüstenstadt Timbuktu überrannt.
 
Der Islamist Al Hassan Ag Abdoul Aziz Ag Mohamed Ag Mahmoud (42) war laut Anklage Chef der Religionspolizei. In der Funktion soll er für die Zwangsverheiratung von Frauen und Mädchen mit Rebellen verantwortlich gewesen sein, was zu Vergewaltigungen und der sexuellen Versklavung von Frauen und Mädchen führte.
 
Nach der Anklageverlesung wollte Al Hassan sich weder schuldig noch unschuldig bekennen. Auf die Frage könne er keine Antwort geben, sagte er. Die Verteidigung hatte zunächst versucht, eine Unterbrechung des Prozesses zu erreichen, weil der Angeklagte unter psychischen Problemen leide und dem Prozess nicht folgen könne. Das Gericht verwarf den in letzter Minute gestellten Antrag, kündigte aber eine medizinische Untersuchung an.
 
Die Islamisten hatten auch zahlreiche historische Bauwerke zerstört, die als UNESCO-Weltkulturerbe geschützt waren. Französische Truppen hatten die Milizen 2013 vertrieben. Für das Weltstrafgericht ist es der zweite Fall zu Mali. 2016 war ein Ex-Islamist wegen der Zerstörung von Heiligengräbern zu neun Jahren Haft verurteilt worden.


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