So viel verdienen Österreichs YouTube-Stars

Wird man damit reich?

So viel verdienen Österreichs YouTube-Stars

Mittlerweile träumen auch in Österreich viele Jugendliche davon, YouTube-Star zu werden. Regelmäßig sorgen die wirklich großen Helden und Heldinnen der Branche bei eigenen Events, Messeauftritten und PR-Terminen für gigantische Fananstürme. Doch nun zeigt eine Studie, dass der Wunsch, vom Betreiben eines YouTube-Channels leben zu können, schwieriger zu erfüllen ist, als viele denken.

Lage in Österreich

Die 100 meistabonnierten YouTube-Channels österreichischer Herkunft haben in Summe 28 Millionen Abonnenten und kommen gemeinsam auf sieben Milliarden Videoaufrufe. Bezogen auf die Bevölkerungsgröße sind österreichische Angebote damit erfolgreicher als die Top 100 in Deutschland (177 Mio., 53 Mrd.). Dabei ist Englisch die dominante Sprache auf fast der Hälfte der österreichischen Channels. Derartige, teils überraschende Ergebnisse liefert eine Studie, die der Fachbereich Medien der RTR-GmbH beim Department für Medien und Wirtschaft der Fachhochschule St. Pölten beauftragt hat. Nun wurde die Studie unter dem Titel „Die wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung von YouTube-Channels in Österreich“ veröffentlicht. Besonders spannend: Erstmals gibt es nachvollziehbare Zahlen zu den Einkünften der Channel-Betreiber. Dabei zeigt sich, dass es in Österreich nur ganz wenige echte Großverdiener gibt.

youtube-studie-geld-grafik1.jpg © Institut für Medienwirtschaft (St. Pölten)

Wer betreibt die Channels?

Laut der Studie sind nur 14 Prozent der österreichischen YouTube-Channels Unternehmen zuzuordnen, während 78 Prozent des Angebotes von Einzelpersonen, zwei Personen oder Gruppen gestaltet werden. Dabei sind auf 84 Prozent der Channels Eigenproduktionen zu sehen, aber auf 16 Prozent der Channels auch Inhalte Dritter. Die damit verbundenen urheberrechtlichen Problematiken versucht YouTube bereits mit verschiedenen Maßnahmen aktiv in den Griff zu bekommen.

Wie viel verdienen die Channel-Betreiber?

In wirtschaftlicher Hinsicht ist das Betreiben eines YouTube-Channels noch in wenigen Fällen wirklich lohnenswert. Während YouTube zur finanziellen Beteiligung der Channel-Betreiber an der Einblendung von Werbespots nur sehr allgemeine Informationen preisgibt, konnte die FH St. Pölten aus Interviews mit Mediaplanern, der Medienindustrie wie auch mit YouTubern ableiten, dass nur für 44 der 100 Channels ein existenzsicherndes monatliches Einkommen – auf der Plattform „Social Blade“ werden für alle Channels jeweils die Aufrufe der letzten 30 Tage ausgewiesen - von über 1.000 bis 2.500 Euro angenommen werden kann. Dafür sind Aufrufe im sieben- bzw. achtstelligen Bereich notwendig. Setzt man die von der FH St. Pölten ermittelten Schätzwerte von ein bzw. 2,5 Euro pro 1.000 Video-Aufrufen ein, kommt man bei der Mehrzahl der Channels auf monatliche Einnahmen aus dem YouTube Partnerprogramm von  weniger als 1.000 bzw. 2.500 Euro (vor Steuern). Das heißt, dass nur jene Channel-Betreiber von ihren YouTube-Einkünften leben können, deren Videos über eine Million Mal pro Monat angeklickt werden. Wer wirklich abcashen will, braucht rund das Zehnfache an Aufrufen.

youtube-studie-geld-grafik.jpg © Institut für Medienwirtschaft (St. Pölten)

In Österreich gibt es nur sechs Großverdiener

Solche heimische Channels gibt es aber nicht allzu viele: Nur sechs österreichische YouTube-Channels dürften den Schätzungen zufolge monatlich deutlich mehr als 10.000 Euro verdienen. Sie kamen im Analysezeitraum auf über 10 Millionen Videoaufrufe binnen 30 Tagen. Von den kolportierten Millionen-Summen, die internationalen YouTube-Stars nachgesagt werden, sind aber auch sie weit entfernt. 46 Prozent der untersuchten Channels verdienen jedoch zusätzlich mit Affiliate Marketing und 33 Prozent mit Produktplatzierungen Geld. Problematisch: 54 der 100 meistgesehenen Videos österreichischer YouTuber enthalten laut Studie eindeutig Produktplatzierungen, aber nur in neun Videos wird darauf auch hingewiesen. Wie viel mit Produktplatzierung zu verdienen ist, konnte in der Studie nicht in Erfahrung gebracht werden. Auf einschlägigen Internetplattformen wird aber davon berichtet, dass ein einmaliges Product Placement von einer Minute bei einem mittelgroßen YouTube Kanal (50.000 bis 100.000  monatliche Views) und einer durchschnittlichen Videoreichweite von 40.000 Klicks dem Kanalbetreiber bereits über 2.000 Euro einbringen könne, so die Autoren.

Gesamtmarktvolumen

Zusammen kommen die Top 100 YouTube-Channels Österreichs auf 242 Mio. Aufrufe in den 30 Tagen von ungefähr Mitte April bis Mitte Mai 2017. Das macht einen geschätzten Gesamtumsatz aus dem Partnerprogramm zwischen 250.000 und 625.000 Euro aus. Auf ein Jahr gerechnet kann also ein Marktvolumen in der Höhe von drei bis 7,5 Mio. Euro angenommen werden. Fazit: Um mit YouTube reich werden zu können, braucht es einen langen Atem, viele Abonnenten und millionenfache Videoaufrufe.

>>>Nachlesen: YouTube-Star "Bibi" verteidigt ihren Song

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>>>Nachlesen: Youtube-User schauen täglich 1 Mrd. Stunden Videos

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Hier kommen Sie zur gesamten Studie (PDF-File)

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