Tinder kennt alle Sex-Geheimnisse seiner User

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Tinder kennt alle Sex-Geheimnisse seiner User

Bevor der Brexit (Ausstieg Großbritanniens aus der EU) tatsächlich über die Bühne geht, machte sich eine britische Journalistin noch einmal ein EU-Datenschutzrecht zunutze, um aufzuzeigen, was Tinder alles über seine Nutzer weiß. Laut einer Regelung hat nämlich jeder EU-Bürger das Recht auf die Aushändigung über die von ihm gesammelten Daten. Davon machte übrigens auch der heimische Datenschutzaktivist Max Schrems vor seiner Klage gegen Facebook Gebrauch. Doch zurück zur Dating-App. Diese folgte dem Antrag auf Aushändigung der Daten und schickte der "Guardian"-Journalistin Judith Duportail nicht weniger als 800 Seiten (!) zurück. Diese Datenmenge sammelte Tinder über die Frau, die seit 2013 bei dem Dienst einen Account hat.

Tinder speichert auch externe Daten

Wie  in ihrem Artikel zu lesen ist, traute Duportail beim Durchforsten des Materials ihren Augen kaum. Denn die Dating-App analysiert und speichert nicht nur Tinder-bezogene Daten wie Beschreibungstext, Facebook-Likes und Matches. Auch alle Chats mit ihren 920 „Treffern“ wurden bis ins kleinste Detail protokolliert. Außerdem sind in dem angeforderten Datenmaterial alle Login-Zeiten festgehalten. Darüber hinaus enthielt das Datenmaterial auch Fotos von einem mittlerweile gelöschten Instagram-Account, den die Journalisten einmal mit Tinder verknüpfte.

>>>Nachlesen: Neue Tinder-Funktion sorgt für Wirbel

Sexuelle Vorlieben und intime Geheimnisse

Duportail ging zwar davon aus, dass die App viele persönliche Daten sammle, aber mit der Aufzeichnung der Chatprotokolle habe sie nicht gerechnet. Beim Durchlesen sei sie dabei auf pikante Details gestoßen. So habe sie in den Chats auch sexuelle Vorlieben und einige intime Geheimnisse ausgeplaudert. All dies ist bei Tinder gespeichert. Zwar untermauert jeder Internet-Dienst sicher zu sein, doch das haben auch Yahoo!, Ashley Madison & Co. behauptet, bevor sie Opfer von riesigen Hackerangriffen wurden, bei denen Daten von Millionen Usern gestohlen wurden.

Eher die Regel als die Ausnahme

Tinder ist mit dieser Datensammelwut aber kein Einzelfall. Auch andere Social-Networks, IT-Konzerne oder App-Anbieter sammeln ähnlich viele Daten über ihre Nutzer. Bei der Dating-App kommen aufgrund der Chats jedoch noch intimste Geheimnisse hinzu, was für viele User doch besorgniserregend sein dürfte. Wofür Tinder die gesammelten Daten genau verwendet, wollte die Firma nicht verraten. Sie würden jedoch dazu dienen, um den Dienst zu verbessern und den Nutzern für sie relevante Infos bereitzustellen.

>>>Nachlesen: Tinder als Cash-Cow im Apple Store

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