Sonderthema:
Keine Blackberrys mehr für Privatkunden

Chef kündigt Ende an

Keine Blackberrys mehr für Privatkunden

Die Krise beim Blackberry-Anbieter RIM (Research In Motion) spitzt sich weiter zu. Das vergangene Quartal fiel mit einem Umsatzeinbruch und roten Zahlen erneut enttäuschend aus. Der aus Deutschland stammende neue Chef Thorsten Heins kündigte jetzt große Änderungen an. In Zukunft sollen Blackberry-Smartphone nicht mehr an Privatpersonen verkauft werden. Stattdessen will sich das Unternehmen voll und ganz auf die Firmenkunden konzentrieren. Damit gesteht sich RIM ein, den Kampf
gegen Android, iOS und Windows Phone um Privatanwender verloren zu haben.

Trend verschlafen
Die kanadische Firma kämpft schon seit einiger Zeit mit schweren Absatzproblemen. Heins soll das Steuer herumreißen. RIM prüft nach seinen Worten auch diverse "strategische Möglichkeiten" inklusive Partnerschaften und Gemeinschaftsunternehmen. Einer von Heins' Vorgängern, der langjährige Co-Chef Jim Balsillie, dem Investoren die Mitverantwortung an der aktuellen Misere ankreiden, verlässt jetzt auch den Verwaltungsrat. RIM hatte lange den Trend zu Touchscreen-Handys ignoriert und sich an seine klassischen Modelle mit kleinem Bildschirm und kompletter Tastatur geklammert. Die Blackberrys waren einst vor allem bei Unternehmen und Behörden als mobile E-Mail-Geräte populär. Doch dann kamen das iPhone und Telefone mit Googles Betriebssystem Android und der RIM-Marktanteil ging auf Talfahrt. Der Absatz fiel jetzt allein im Vergleich zum Vorquartal um 21 Prozent auf 11,1 Millionen Geräte.

Neues Betriebssystem soll Wende bringen
Heins hofft weiterhin auf das nächste Betriebssystem Blackberry 10, das nach mehreren Verzögerungen nun bis Ende des Jahres erscheinen soll. Im Mai sollen erste Prototypen präsentiert werden. Heins will die Stärke im Unternehmensgeschäft wiedergewinnen und verwies auf eine weiterhin wachsende Basis von 77 Millionen Blackberry-Kunden.

Tablet ist auch ein Ladenhüter
RIM lieferte in dem Quartal 500.000 seiner Playbook-Tablets aus. Zum Vergleich: Apple verkaufte in seinem vergangenen Geschäftsquartal bis Ende Dezember 15,4 Millionen iPads. Eine hohe Abschreibung auf die Playbook-Lagerbestände hatte RIM einmal bereits die Zwischenbilanz vermiest.

Der Umsatz brach im letzten Quartal um ein Viertel auf 4,19 Mrd. US-Dollar (3,2 Mrd. Euro) ein, wie das kanadische Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Unterm Strich gab es in dem Anfang März abgeschlossenen vierten Geschäftsquartal einen Verlust von 125 Mio. Dollar nach 934 Mio. Dollar Gewinn ein Jahr zuvor.

Diashow Fotos von den neuen BlackBerrys (2011)

BlackBerry Torch 9850/9860

BlackBerry Torch 9810

BlackBerry Bold 9900/9930

1 / 3

Diesen Artikel teilen:

Posten Sie Ihre Meinung

Kommentare ausblenden

Anzeigen

Werbung

Jetzt Live
Diese Videos könnten Sie auch interessieren
Wiederholen
Jetzt NEU

oe24.TV im Livestream: 24 Stunden News!

Live auf oe24.TV 1 / 10

Top Gelesen 1 / 5

  Diese Website verwendet Cookies. Durch die Verwendung dieser Website stimmen Sie dem damit verbundenen Einsatz von Cookies zu.

Es gibt neue Nachrichten
auf oe24.at
Jetzt Startseite laden
Abbrechen