Til Schweiger: Kampf gegen Kinderschänder

Star fordert Meldepflicht

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Til Schweiger: Kampf gegen Kinderschänder

Ehrliche Worte eines besorgten Vaters lösten in Deutschland eine Diskussionswelle aus. Zu Gast bei Markus Lanz (ZDF) wollte Til Schweiger eigentlich über seinen neuen Film Kokowääh sprechen. Doch neben ihn saß Anja Wille: Ihr kleiner Sohn Felix wurde 2004 entführt, missbraucht und ermordet.

Meldepflicht für Sexualstraftäter
Ihre schreckliche Geschichte löste bei den geladenen Gästen heftige Reaktionen aus. Jasmin Gerat, Schweigers Co-Star und selbst Mutter, musste das Studio unter Tränen verlassen. Til blieb und wagte einen Vorstoß: "Du kannst heute jemanden vergewaltigen, (...) kriegst Bewährung und kannst es wieder tun. (...) Wenn ich mir das alles anhöre, dann könnte ich heulen. Das ist so beschissen in diesem Land! (...) Als Erstes müssen wir einführen, was in Amerika gang und gäbe ist: Wir brauchen eine Meldepflicht für Sexualstraftäter!" Er sei der Meinung, fügte der Schauspieler hinzu, dass jemand, der eine Frau vergewaltigt oder eine Sexualstraftat begeht, sein Recht in dieser Gesellschaft verwirkt.

Viel Zustimmung
"Bei mir im Büro sind im Halbminutentakt E-Mails eingegangen", spricht Til Schweiger im Bild-Gespräch über die Reaktionen, "99 Prozent absolut positiv und zustimmend. Sogar Stephanie zu Guttenberg (Autorin und Ehefrau des deutschen Verteidigungsministers) hat mir eine SMS geschickt."

"Aber was mich am stärksten erschüttert, ist, dass die meisten sagen: Endlich hat mal einer den Mut gehabt, etwas zu dem Thema zu sagen", erzählt er weiter. Doch Til findet das gar nicht so mutig: "Es war einfach nur meine Meinung."

Der Vater von vier Kindern rätselt: "Ich frage mich: Was stimmt da nicht in unserem Land? Warum trauen sich so wenige, den Mund aufzumachen? Aber mit mir ist es eben durchgegangen. Und dazu stehe ich!"

Til will helfen
"Die Reaktionen haben mich sehr bewegt und mich bekräftigt weiterzumachen. Viele schrieben: Bitte bleiben Sie dran! Betroffene haben sich bei mir bedankt. Ich habe mich jetzt entschlossen, etwas für die Opfer zu tun", kündigt Til Schweiger an.

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