Karlheinz Hackl: Schauspieler mit zwei Leben

Porträt des Bühnenstars

Karlheinz Hackl: Schauspieler mit zwei Leben

Ein 2003 diagnostizierter Hirntumor teilte das Leben des Schauspielers Karlheinz Hackl in zwei Teile. Sein zweites Leben, das ihn nach der Genesung wieder zurück auf die Bühne führte, feierte er mit neuen Programmen, Auftritten und einem Buch. Im Vorjahr kam der Krebs wieder zurück, am Sonntag hat Hackl den Kampf verloren. Er starb 65-jährig friedlich im Kreis seiner Familie in Wien.

"Meine zwei Leben - Ein ziemliches Theater" nannte Hackl das zu seinem 60. Geburtstag erschienene Buch, in dem er sich dem Genesungsprozess nach seiner Erkrankung widmete. So kehrte er nur eineinhalb Jahre nach der Operation nicht nur auf die Bühne, sondern auch aufs politische Parkett zurück. Er trat kraft- und humorvoll etwa mit Programmen wie "Ich, Hackl" und "Den Wurschtl kann kana daschlogn" auf und verstärkte sein politisches Engagement mit der Gründung der Partei "Soziale Kultur Österreichs" (SKÖ).

Im Frühjahr vergangenen Jahres wurde sein neues Programm "Mei Lebn - Karlheinz Hackl singt Georg Danzer" nur wenige Tage nach der Premiere jäh von einem neuerlichen Zusammenbruch unterbrochen. Dem folgte eine weitere Krebsdiagnose, wie Hackls Ehefrau, die Schauspielerin Maria Köstlinger, bestätigte.

Sein Leben
Am 16. Mai 1949 in Wien geboren, absolvierte Karlheinz Hackl nach der Matura sowohl ein Betriebswirtschaftsstudium als auch die Schauspielschule Krauss. 1972/73 debütierte er schließlich am Wiener Theater Die Courage. Nach einem ersten Vertrag an der Josefstadt war Hackl von 1974 bis 1976 am Volkstheater engagiert, danach holte ihn Boy Gobert für zwei Jahre ans Hamburger Thalia-Theater. 1978 wurde Karlheinz Hackl Ensemblemitglied des Wiener Burgtheaters. Hier avancierte er zum Publikumsliebling und war unter anderem als Demetrius in Shakespeares "Sommernachtstraum", als Karl Moor in Schillers "Die Räuber", als Alfred in Horvaths "Geschichten aus dem Wienerwald", als Molnars "Liliom" und Osbornes "Entertainer" zu sehen.

Bei den Salzburger Festspielen spielte der Kammerschauspieler, der u.a. auch mit der Kainz-Medaille, einer "Romy" und 2012 auch mit einem "Lebenswerk-Nestroy" ausgezeichnet wurde und am Wiener Reinhardt-Seminar unterrichtete, u.a. 1991 die Titelrolle in "Der Schwierige" oder 2012 den Doktor von Aigner in Schnitzlers "Das weite Land".

Musicalerfolge feierte Hackl u.a. als Partner von Frank Hoffmann im "Käfig voller Narren" sowie als "Mann von La Mancha" an der Wiener Volksoper. 1988 feierte Hackl am Volkstheater mit Neil Simons "Brooklyn Memoiren" sein Regiedebüt. Danach inszenierte er u.a. Ibsens "Nora", Shakespeares "Romeo und Julia", Feydeaus "Ein Floh im Ohr", Raimunds "Verschwender" und Nestroys "Der Färber und sein Zwillingsbruder". Neben seiner Bühnentätigkeit wirkte Hackl in zahlreichen TV- und Filmproduktionen mit.

Sein schauspielerisches Comeback nach der ersten Krebserkrankung feierte Karlheinz Hackl - nach ersten Lesungsabenden - im Jänner 2005 ausgerechnet mit der Wiederaufnahme des "Zerrissenen": Schließlich war er 2003 während einer Vorstellung des Stücks zusammengebrochen, worauf Diagnose und Operation gefolgt waren.

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