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FPÖ will Manipulation entdeckt haben

ORF-Skinhead-Affäre

FPÖ will Manipulation entdeckt haben

Die FPÖ habe die Sequenz des Drehmaterials, die der ORF online zur Verfügung gestellt habe, vom renommierten Fraunhofer Institut für digitale Medientechnologie in Deutschland überprüfen lassen. Dabei habe sich herausgestellt, dass eine Tonspur manipuliert worden sei, so FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache.

Gerichtsgutachter sah keine Manipulationen
Ein von der zuständigen Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt beauftragter Gutachter hatte zuvor keinerlei Manipulationen an den Bändern festgestellt. Der Gutachter hatte die Originalaufnahmen des Drehs der "Am Schauplatz"-Reportage analysiert, während der FPÖ und dem Fraunhofer Institut lediglich vom ORF im Internet veröffentlichtes Material zur Verfügung stand.

ORF weist Vorwürfe zurück
Im ORF weist man die jüngsten FPÖ-Vorwürfe vehement zurück. "Das ist als würde man Birnen mit Felsblöcken vergleichen", meinte ORF-Kommunikationschef Pius Strobl. Eine Untersuchung auf Basis der Internet-Veröffentlichung sei wenig aussagekräftig, weil man dort die auf den Originalaufnahmen vorhandenen vier Tonspuren nicht auseinandernehmen könne. "Hätte das Fraunhofer-Institut die Originalbänder analysiert, wäre man dort zum gleichen Schluss gekommen wie der Gerichtsgutachter", so Strobl.

Verdächtiges "Schnaufen" zu hören
FPÖ-Generalsekretär Vilimsky forderte, dass ORF-Informationsdirektor Elmar Oberhauser "mit Vorlage dieses Gutachtens sofort entlassen wird". Und ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz müsse zurücktreten, so Strache und Vilimsky. Das FPÖ-Gutachten würde zeigen, dass auf der Aufnahme ein "verdächtiges Schnaufen" zu hören sei. Dieses sei "in dieser Form sicher nicht getätigt" worden, so Strache. In der "Am Schauplatz"-Reportage seien genau jene acht Sekunden herausgeschnitten worden, in denen dieser "Schnaufer" zu hören sei, so Strache. In den Original-Aufnahmen (die der ORF auf seine Homepage gestellt hatte) sei das Geräusch aber zu vernehmen.

Manipulationsvorwürfe im Video auf der FPÖ-Seite

Das Original-Drehmaterial laut ORF

Strache glaubt an Beweismittelfälschung
Der "Schnaufer" sei eine Tonspur, die in die Länge gezogen worden sei, so Strache. Es lasse sich nachvollziehen, dass genau in diesem Moment die Wörter "Sieg Heil" (von einem der Skinheads) gesagt wurden. Durch die Analyse des Fraunhofer-Instituts sei jedenfalls bewiesen, dass es sich bei dem "angeblichen Rohmaterial" um "bearbeitetes Material" handle, so Strache - ein "Skandal". Damit ergebe sich die "strafrechtliche Relevanz" der Beweismittelfälschung, so Strache.

Die Vorgeschichte
Bei dem Dreh zur Skinhead-Reportage hatte das ORF-Team für eine Milieustudie über mehrere Wochen zwei jugendliche Skinheads begleitet. Unter anderem wurde auch bei einer Wahlveranstaltung der Freiheitlichen gefilmt, wo die Burschen vor der Kamera auf FPÖ-Chef Strache trafen. Dieser warf dem ORF daraufhin vor, ihm "bezahlte Nazistatisten" untergejubelt zu haben, die außerdem auf Aufforderung des anwesenden Redakteurs Eduard Moschitz "Sieg Heil" gerufen hätten. Die FPÖ warf dem ORF Manipulation der Bänder vor, der ORF hatte die Vorwürfe in Folge mehrmals zurückgewiesen.
 




 

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