136 Mio. Euro an Radarstrafen

Verkehrskontrollen

© (c) dpa (Symbolbild)

136 Mio. Euro an Radarstrafen

Autofahrer bekommen derzeit so viele Radarstrafen zugestellt wie noch nie zuvor. Das Innenministerium nennt gegenüber ­ÖSTERREICH die gerade erst ausgewerteten Zahlen für das erste Halbjahr. Gab es von Jänner bis Ende Juni 2006 noch 775.089 Radaranzeigen, so stieg diese Zahl heuer exorbitant auf 1.351.187 Anzeigen an. Das ist ein Plus von mehr als 74 Prozent. Durchschnittlich zahlt jeder 50 Euro Strafe. Das ergibt hochgerechnet aufs heurige Jahr die enorme Summe von 136 Millionen Euro, die die Österreicher für Radarstrafen zahlen.

Im ersten Halbjahr 2006 mussten die Autofahrer noch 38,8 Millionen Euro für zu schnelles Fahren blechen, heuer machen die Strafen von Jänner bis Juni bereits 67,6 Millionen Euro aus. ­Österreicher zahlten heuer somit bereits um 28,8 Millionen Euro mehr an Radarstrafen – das sind bis Jahresende 60 Millionen mehr als im Vorjahr.

Hauptgründe für die starke Zunahme an Strafen:

  • Bessere Radarboxen. Viele analoge Radargeräte sind auf digitale umgerüstet worden. Die Bildqualität steigt dadurch, auch die Speicherkapazität nimmt zu. Musste früher noch ein Film gewechselt werden, kann nun eine Radarkamera rund um die Uhr eingesetzt werden. Das führt zu einer Erhöhung der Trefferquote.
  • Besseres Wetter. Das milde Wetter des heurigen Jahres verleitete mehr Autofahrer als früher zum Rasen. Bereits im Februar war es so warm, dass viele ihrer Motorräder aus der Garage holten und Vollgas gaben.
  • Mehr Limits. Durch die Feinstaubverordnung wurde in zahlreichen Bundesländern, vor allem in der Steiermark und in Oberösterreich, das Tempolimit auf Autobahnen streckenweise auf 100 km/h reduziert. In der Steiermark hat sich die Zahl der Radarstrafen auf 200.000 verdoppelt.

Gesamtsumme: 250 Millionen
Heuer zahlen die österreichischen Autofahrer somit insgesamt erstmals mehr als 250 Millionen Euro für Verkehrsstrafen: 160 Millionen entfallen auf die Straßenverkehrsordnung, etwa 70 Millionen sind aufgrund der Missachtung von Kurzparkzonen zu zahlen, weitere zwölf Millionen für sonstige Vergehen.

Otmar Bruckner, Verkehrsexperte im Innenministerium, legt im ÖSTERREICH-Interview aber Wert darauf, dass die Maßnahmen im Sinne der Sicherheit sind: „Es ist nicht das Ziel der Polizei, möglichst viele Strafen zu kassieren, sondern die Verkehrssicherheit zu erhöhen.“

Für Sicherheitsexperte Martin Blum vom Verkehrsclub Österreich (VCÖ) bringen diese Zahlen eine interessante Erkenntnis. „Damit wird endlich deutlich, dass viel zu viele Autofahrer zu schnell fahren. Wohin zu schnelles Fahren führt, zeigt die katastrophale Unfallbilanz“, so Blum (siehe Story rechts).

Das steigende Strafaufkommen macht sich auch bei den zuständigen Bezirkshauptmannschaften bemerkbar, wo die Strafbescheide ausgestellt werden. In zahlreichen Ämtern bleiben mittlerweile die Bescheide wochenlang liegen, da die Mitarbeiter mit dem Ausstellen nicht mehr nachkommen.

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