Alle wollen Sturm-Waise Lukas helfen

Zweites Todesopfer in Pöchlarn

 

Alle wollen Sturm-Waise Lukas helfen

Sein Schicksal bewegt ganz Österreich: Der siebenjährige Lukas (7) aus Pöchlarn ist seit dem Sturm-Unglück beim Mittelalterfest Vollwaise – sein geliebter Vater, Trafikant Gerhard W. (51), starb in der Nacht auf Sonntag. Ein weiterer Mann erlag am Montagabend im Krankenhaus Amstetten seinen schweren Verletzungen.

Bereits vor 20 Monaten musste der kleine Lukas seine Mama zu Grabe tragen – sie verlor den Kampf gegen Krebs. Die tragische Nachricht vom Tod des Vaters haben die Großeltern und Tanten Lukas noch erspart – der Bub liegt nach dem Unglück in St. Pölten im Spital auf der Kinderstation, ist am Weg der Besserung.

Er bleibt bei Familie
Vermutlich wird Lukas nach der Entlassung von den Großeltern oder Tanten aufgenommen. Bürgermeister Alfred Bergner sagt zu ÖSTERREICH: „Hinter ihm steht eine intakte Großfamilie.“

Hilfe von allen Seiten
Das Drama lässt jedenfalls niemanden kalt. Im Hintergrund läuft eine riesige Welle der Hilfsbereitschaft für den Siebenjährigen an. Auf zwei Konten können die Österreicher für Lukas Spenden einzahlen (Details siehe unten), Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) hat eine Soforthilfe fixiert, seine Frau Elisabeth als Präsidentin des Vereins „Hilfe im eigenen Land“ eine zehnjährige Patenschaft für Lukas organisiert und auch der „Löwenherzfonds“ unterstützt den Buben. Der Schlosspark, wo das Unglück passierte, ist weiter gesperrt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt, ein Sachverständiger soll jetzt jenen Baum untersuchen, von dem mächtige Äste auf die Zelte stürzten.

"In solcher Not muss man helfen"

ÖSTERREICH: Das Unglück ist jetzt zwei Tage her. Wie geht es Ihrer Gemeinde?
Alfred Bergner: Der Schlosspark ist weiter gesperrt, alle sind zutiefst betroffen. Jeder ist berührt und spricht über das Drama. Es ist wie wenn man einer Blume das Wasser entzieht.
ÖSTERREICH: Welche Beziehung hatten Sie zum Todesopfer?
Bergner: Erst vor kurzem war ich bei der Eröffnung seiner Trafik. Ich war regelmäßig Kunde bei ihm, hab mit ihm geredet. Er war sehr zuvorkommend. Es ist alles sehr schrecklich.
ÖSTERREICH: Lukas ist nun Vollwaise. Wer wird ihn in Zukunft betreuen?
Bergner: Zum Glück kommt er aus einer intakten Großfamilie. Noch ist nichts entschieden. Ich kann mir aber vorstellen, dass sich seine Großeltern und Tanten um ihn kümmern. Zudem will jeder helfen. Die Unterstützungswelle ist so stark wie der Sturm, der soviel Leid angerichtet hat.

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