Anita: Ihr grausames Geheimnis

Verschwundene

© SID NOE

Anita: Ihr grausames Geheimnis

Die ermittelnden Behörden halten sich in der Vermissten-Causa Anita K. auffallend bedeckt – Staatsanwalt Friedrich Kutschera in Krems bestätigt nur, was ÖSTERREICH bereits berichtet hat: Dass nämlich zwei Personen in dem Zusammenhang verhaftet wurden. Mehr will er nicht verraten – die Nachrichtensperre darüber habe er selbst verhängt. LKA-Chef Franz Polzer blockt ebenfalls ab und findet nur eine nochmalige Veröffentlichung des Fotos der Verschwundenen für angebracht, da die bisherigen Aufrufe "keinen einzigen Hinweis gebracht haben, wo sich die junge Frau aufhält“.

Sexuelles Verhältnis 
mit beiden Töchtern
ÖSTERREICH indes hörte sich weiter um und erfuhr aus Insiderquellen, warum Erwin K., der sich 1998 mit zwei blutjungen Mädchen im tiefsten Waldviertel niedergelassen hatte und sich in Eggern mal als Stief- und mal als Pflegevater der Schwestern Anita und Szilvia ausgab, tatsächlich ins Visier der Ermittler geriet: Der Diplomingenieur und IT-Profi, der aus Tirol stammt und in Wien-Favoriten ein Mietshaus besitzt, soll mit beiden "Töchtern“ ein "offenes Dreiecksverhältnis“ geführt haben, wobei die Opfer bereits als Minderjährige missbraucht worden sein sollen (es gilt die Unschuldsvermutung).

Erwin schlug Anita zweimal krankenhausreif
Als sich die Supermarktverkäuferin Anita K. in einen Dorfbewohner verliebte und sich von ihrem "Vater“ lösen wollte, war Erwin K. laut neuem Lover gegen die Beziehung. Als die 23-Jährige Mitte Oktober aus dem Haus des Ingenieurs flüchtete und zu ihrem Freund Manuel "Manni“ S. zog, drehte der Verlassene durch. Wie Manuel S. (30) im
 Interview mit ÖSTERREICH (siehe Printausgabe) schildert, soll Erwin K. Anita zweimal krankenhausreif geschlagen haben: "Außerdem drohte er, dass es beim dritten Mal nicht mehr so glimpflich ausgehen wird.“ Am 28. Oktober um drei Uhr Nachmittag saßen "Manni“ und seine Anita in ihrer neuen Genossenschaftswohnung in der Pengersstraße in Eggern zusammen. Tranken Kaffee und schmiedeten Zukunftspläne.

"Wenn ich nicht zurück­komme, ruf die Polizei“
Da tauchte die ältere Schwester Szilvia (27) auf und holte Anita zur letzten Aussprache ab – möglicherweise sitzt die mutmaßliche Komplizin deshalb wegen Beihilfe in Krems in Untersuchungshaft. Oder wurde sie, selbst ein Opfer, in Schutzhaft genommen? Beim Weggehen flüsterte Anita ihrem Freund angeblich zu: "Wenn ich in drei Stunden nicht zurückkomme, rufst die Polizei.“ Das waren ihre letzten Worte – 35 Tage fehlt von der dunkelhaarigen gebürtigen Ungarin schon jede Spur.

Navi-Spur führt in die Wälder nach Polen
Einen Monat später wurden Erwin K. und Szilvia K. in dem "sehr bedenklichen Vermisstenfall“ (so Mordermittler Leopold Etz) festgenommen. Offenbar haben die Ermittler Beweise oder zumindest Indizien, dass der Hauptverdächtige und die ältere Schwester etwas mit dem Verschwinden von Anita zu tun haben. Dabei führt eine Spur bis in die Wälder Polens. Die GPS-Daten des Autos des Computerexperten sollen den Schluss zulassen, dass Erwin am Tag von Anitas Verschwinden mit seinem Pkw dorthin fuhr.

Autor: R. Kopt, M. Lassnig
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