27. Juli 2008 21:02
ÖSTERREICH: Sind Sie Radovan Karadzic in der Vergangenheit
jemals persönlich begegnet?
Petar Glumac: Nein. Ich verstehe auch nicht, warum er meine
Identität angenommen hat. Ich bin ein ganzes Stück älter als er, um genau zu
sein: 14 Jahre. Wie er auf die Idee gekommen ist, kann ich mir nicht
erklären.
ÖSTERREICH: Waren Sie je in Wien, kann es sein, dass man Sie
mit Radovan Karadzic verwechseln kann?
Glumac: Er sieht mir natürlich sehr ähnlich. Ich war auch schon
etliche Male in Wien und habe in der Märzstraße gewohnt. Ich habe meine
Patienten behandelt und mich um meine Sachen gekümmert. Glauben Sie mir, auf
der ganzen Welt bin ich nur unter meinem Namen „Opa Pera“ bekannt.
ÖSTERREICH: Sind Sie bei Ihrem Aufenthalt in Wien jemals von
der Polizei verhört worden?
Glumac: Nein. Ich hatte nie Kontakt mit der Wiener Polizei. Im
meinem ganzen Leben hatte ich nur einmal mit der Polizei zu tun, das ist
aber Jahrzehnte her, als sich mein Nachbar umgebracht hat.
ÖSTERREICH: Wann planen Sie Ihren nächsten Aufenthalt in Wien?
Glumac: Das weiß ich noch nicht. Wissen Sie, auf mich sind ja fünf
Millionen Dollar Kopfgeld ausgesetzt (lacht). Nein, das ist ein Scherz, im
Ernst: Ich fürchte mich, dass manche glauben, ich könnte irgendetwas mit
Karadzic zu tun haben.
ÖSTERREICH: Wurden Sie etwa schon bedroht?
Glumac: Nicht wirklich. Aber Menschen aus der ganzen Welt rufen mich
an. Ich will klarstellen: Ich bin kein Komplize von Radovan Karadzic! Ich
habe nichts mit ihm zu tun.
ÖSTERREICH: Wie würden Sie sich selbst beschreiben?
Glumac: Ich widme mich der alternativen Medizin. Ich bin als
Wunderheiler „Opa Pera“ in der ganzen Welt bekannt.
ÖSTERREICH: Hätten Sie sich jemals gedacht, in einem Atemzug
mit Kriegsverbrecher Radovan Karadzic genannt zu werden?
Glumac: Nein. Ich habe wirklich viel in meinem Leben erlebt. Aber
dass mir in meinem Alter so etwas passiert, hätte ich nie gedacht.
ÖSTERREICH: Können Sie sagen, wie oft Sie derzeit von Medien
kontaktiert werden?
Glumac: Ständig. Am Samstag erst war das kroatische Fernsehen bei
mir und ich hoffe, dass sich durch die Interviews alles wieder klarstellen
lässt.
ÖSTERREICH: Danke fürs Gespräch.
Glumac: Danke, und lassen Sie Wien schön von mir grüßen!