Tote nach dem Sturm

© TZ ÖSTERREICH

"Emma" war ihr Schicksal

Es war ein Sturm, den Österreich in der Form noch nie erlebt hat. „Emma“ stellt selbst die Rekord-Stürme „Paula“ und „Kyrill“ in den Schatten. Traurige Bilanz: Vier Menschen verloren während des zweitätigen Orkans ihr Leben. Die Feuerwehr rückte zu 10.940 Einsätzen aus – so vielen wie nie zuvor. Tausende Familien verloren das Dach über ihrem Kopf, Bahn- und Straßenverkehr erlahmten in vielen Regionen des Landes, Zehntausende Haushalte mussten stundenlang ohne Strom auskommen.

Todesfalle Auto
Zum Symbol für die Zerstörungskraft „Emmas“ wird ein Unfall in St. Pölten. Der Sturm entwurzelt eine Linde und reißt sie in zwei Stücke. In diesem Augenblick fahren zwei Autos durch die Straße am Pater-Paulus-Platz. Auf den ersten Wagen, ein BMW-Cabrio, in dem sich vier Personen befinden, fällt der erste Teil der Linde. Der BMW wird auf der Beifahrerseite getroffen. Die 20-jährige Verkäuferin Gabriele Solar aus St. Pölten stirbt. Drei weitere Insassen – darunter ein dreijähriger Bub – werden schwer verletzt. Das Kind wird ins AKH-Wien geflogen und ringt mit dem Tod.

Der Fahrer des Kia-Geländewagens dahinter hat unglaubliches Glück. Er ist nicht angeschnallt, sieht den Baum auf sich zufliegen und regiert geistesgegenwärtig richtig. Er wirft sich nach vorn und duckt sich in den Fußraum des Autos. Er kann unverletzt aussteigen …

Schicksal 1: Mann überlebte, weil er nicht angegurtet war
Sein Glück ist unfassbar: Ein Buschauffeur überlebt, als ein Teil eines hohlen Baums auf sein Auto stürzt.

Guido L. ist der Glückspilz des Wochenendes. Als „Emma“ losbricht wird am Pater-Paulus-Platz in St. Pölten eine Linde in zwei Teile gerissen. Ein riesiger Baumteil fällt Richtung Straße. In diesem Augenblick kommt Guido L. mit seinem schwarzen Kia-Geländewagen die Straße entlang. Er ist von Beruf Buschauffeur und reagiert in einer Zehntelsekunde blitzschnell und richtig. Er wirft sich nach vorne und duckt sich in den Fußraum des Wagens.

Unfassbar: Er ist unverletzt, kann aus seinem Wagen selbst aussteigen.

Das Leben rettete ihm seine Nachlässigkeit: Guido L. hatte vergessen, vor der Fahrt den Gurt anzulegen. Nur so konnte er so schnell reagieren und sich im Fußraum vor dem Baum in Sicherheit bringen.

Schicksal 2: 20-Jährige starb im Cabrio
Keine Chance hat eine Frau in einem Cabrio, als Baumteile auf das Autodach fallen. Sie stirbt, ein Kind wird schwer verletzt.

Mit fast 90 km/h wütet der Sturm am Samstag in St. Pölten. In einem schwarzen BMW-Cabrio fahren vier Personen durch die Stadt: Als sie die Josefskirche am Pater-Paulus-Platz passieren, reißt der Sturm einen morschen Baum mit 90 Zentimetern Umfang am Straßenrand in zwei Hälften. Der schwere Stamm fällt mit voller Wucht auf das Cabrio und trifft die Beifahrerin. Sie hat keine Chance.

Das Stoffdach bietet keinen Schutz, die Verkäuferin Gabriele Solar aus Wagram bei Traismauer (NÖ) stirbt nach noch am Unfallort.

Schwer verletzt wird auch der kleine dreijährige Sohn des Lenkers. Die Großmutter des Buben, die im Fond des Cabrios sitzt, bleibt beinahe unverletzt.

Die Rettung bringt den Dreijährigen unverzüglich ins Krankenhaus St. Pölten. Dort ist bald klar: Er muss per Hubschrauber zu Spezialisten ins Wiener AKH gebracht werden. Sein Zustand war gestern Nachmittag noch immer kritisch.

Besonders tragisch: Die Mutter von Gabriele Solar hatte ihre Tochter noch gebeten, bei dem schweren Sturm daheimzubleiben. Bei ihrem 14-jährigen Sohn stieß sie auf Widerhall. Gabriele aber wollte unbedingt den schicken BMW ihres Freundes testen.

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