FBI ermittelt: Start für CSI Natascha

Bis Ende des Jahres

FBI ermittelt: Start für CSI Natascha

Österreichs brisantester Fall wird neu durchleuchtet. Die Causa Kampusch wird nun von externen Experten kontrolliert.

Die neue Task-Force der „Cold-Case-Überprüfung“: 14 Ermittler arbeiten in der operativen Gruppe. Dazu kommen sieben „CSI“-Experten – aus dem „Lenkungsausschuss“. In dieser Gruppe agieren auch US-Polizisten des FBI und deutsche Beamte aus dem Bundeskriminalamt. Sie sollen bis Ende 2012 den Fall transparent aufarbeiten.

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Noch gibt es offene Fragen: War es wirklich nur 1 Täter?
Derzeit wird im Innenministerium beraten, wie genau die Zusammenarbeit mit FBI und BKA aussehen kann. Dann wird es ein gemeinsames Treffen in Wien geben.
Hintergrund: Im Juni hat ein geheimer Parlamentsausschuss empfohlen, die bisherigen Ermittlungen durch „Cold-Case-Spezialisten“ neu evaluieren zu lassen. Man wollte etwaige Ermittlungspannen oder Fehler ausschließen.

Toni Faber, Dompfarrer: 1/7

Toni Faber, Dompfarrer: "Gebt Natascha endlich Ruhe"

Werner Tomanek, Star-Verteidiger: 2/7

Werner Tomanek, Star-Verteidiger: "Gibt nichts mehr zu ermitteln"

Martina Fasslabend, Möwe-Chefin: 3/7

Martina Fasslabend, Möwe-Chefin: "Normales Leben für Natascha"

Rainhard Haller, Psychiater: 4/7

Rainhard Haller, Psychiater: "Ausländ. Experten für Aufklärung"

Rudolf Mayer, bekannter Anwalt: 5/7

Rudolf Mayer, bekannter Anwalt: "TV-Interview nicht günstig"

Rotraud Perner, Psychiaterin: 6/7

Rotraud Perner, Psychiaterin: "Auch andere Wahrheit"

Karl Kröll, Aufdecker: 7/7

Karl Kröll, Aufdecker: "Fall Kampusch noch nicht gelöst"

  Diashow

Diese Fragen sind noch offen:

  • Kampusch hat bei ihren Einvernahmen stets von einem Täter gesprochen. Dem entgegen steht eine Zeugenaussage einer im Jahr 1998 zwölf Jahre alten Schülerin, die gesehen haben will, dass Kampusch von zwei Person gekidnappt wurde: Während ein Mann Kampusch ins Auto zerrte, saß ein zweiter hinter dem Steuer.
     
  • Eine Beamtin hielt in einer Aktennotiz fest, Kampusch habe nach ihrer Selbstbefreiung auf die Frage nach Mittätern geantwortet, sie könne "keine Namen nennen".
     
  • Nach der Entführung fuhr Priklopil nicht unmittelbar zu seinem Haus mit dem Verlies, sondern zu einem einem Waldstück. Dort telefonierte er und erklärte dann, dass "die anderen" nicht kommen würden.
     
  • Warum erfolgte die Entführung am 2. März 1998, obwohl zu diesem Zeitpunkt das "Verlies" noch nicht fertiggestellt war?
     
  • Dubios ist auch die Rolle des ehemals besten Freund von Priklopil, Ernst H., der im Zuge der Ermittlungen seine Aussagen grundlegend geändert hat. Anfangs hatte er behauptet, nichts von der Entführung gewusst zu haben. Am Tage der Selbstbefreiung von Kampusch habe Priklopil ihn gebeten, ihn vom Donauzentrum abzuholen, da er in angetrunkenem Zustand einer Polizeikontrolle davon gerast sei. Als später die Polizei bei ihrer Suche nach Priklopil zu der Veranstaltungshalle von H. gekommen ist, hatte dieser auf die Frage, wo Priklopil sein könnte, mit dem bemerkenswerten Satz "Hat er se umgebracht?" geantwortet. Später änderte H. seine Aussage dahingehend, dass der Entführer im Auto eine umfassende Lebensbeichte abgelegt hatte, wodurch auch etwaiges Insiderwissen erklärbar ist.
     
  • Fraglich war auch eine Geldüberweisung von 500.000 Schilling (rund 36.300 Euro) von H. an Priklopil rund um den Zeitpunkt der Entführung. Nachdem die ursprüngliche Version, dass H. seinem Freund das Geld für ein Auto geliehen hatte, nicht schlüssig war, hatte H. auch hier seine Version geändert.
     
  • Im Zuge einer Pressekonferenz legte er einen Zettel mit dem Wort "Mama" vor und behauptete, dies wäre eine Art Abschiedsbrief gewesen. Gutachten ergaben allerdings, dass die Schrift nicht mit jener von Priklopil übereinstimmte.

Dennoch: Es ist noch offen, ob es nach den neuen Ermittlungen zu einem weiteren Verfahren kommen kann.

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