Kontakt aufgenommen

Mikl-Leitner: FBI könnte Kampusch-Fall übernehmen

von
Johanna Mikl-Leitner
© TZ Österreich / Bruna
Innenministerin: Die US-Ermittler seien bereit zur Mitarbeit.
OE24 auf Google bevorzugen

Endspurt für die parlamentarische Aufarbeitung der Causa Kampusch: Ende März legt der geheime U-Ausschuss seinen Endbericht vor – die Wiederaufnahme der Ermittlungen scheint fix.

Sehr wahrscheinlich ist seit gestern, dass sich das berühmte FBI in den Fall einschalten wird. Das hat Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) am Sonntag in der ORF-Pressestunde bestätigt: „Sollte die Justiz weitere Erhebungen wollen, ist die Polizei selbstverständlich bereit auch ausländische Sicherheitsbehörden zu Rate zu ziehen.“ Man habe mit dem FBI „bereits Kontakt aufgenommen und dieses ist bereit, sich einzubringen“, sagt Mikl-Leitner.

Analyse von DNA und Tatort, aber keine Einvernahmen
Sie betont, dass es sich in dieser Causa um einen „der tragischsten Kriminalfälle der Geschichte“ handelt, mögliche Theorien zu Mittätern wollte Mikl-Leitner aber nicht kommentieren.

Freilich: Wie ÖSTERREICH schon vor einer Woche berichtete, kann das FBI die österreichischen Behörden im Fall Kampusch nur beratend unterstützen, etwa bei der Analyse von DNA- oder Tatortspuren. Neue Ermittlungen der Amerikaner auf österreichischem Boden sind gesetzlich nicht erlaubt.

Dass die FBI-Profis etwa Natascha Kampusch oder den verdächtigen Priklopil-Freund Ernst H. (für ihn gilt die Unschuldsvermutung) in knallharten Einvernahmen in die Mangel nehmen, ist ausgeschlossen. Es ist nichts Neues, dass FBI-Experten mit dem Fall Kampusch zu tun haben. Bereits im Frühjahr 2008 hat die Kampusch-Evaluierungskommission FBI-Ermittler zu Analysezwecken um Hilfe gebeten.

Fall Kampusch spaltet das Land


1 / 7

Toni Faber, Dompfarrer

Toni Faber, Dompfarrer: "Gebt Natascha endlich Ruhe"„Ich kann die ewigen Artikel und Fernsehberichte über den Fall Kampusch nicht mehr ertragen. Jedes Mal denke ich mir: Wie geht Natascha Kampusch damit um, dass sie immer wieder mit denselben Fragen konfrontiert wird? Man sollte diese junge Frau, die derart viel erleiden musste, endlich in Ruhe lassen. Der Täter ist vor dem göttlichen Gericht gestanden und nach seiner Buße wird er seinen Frieden gefunden haben.“

© TZ Oesterreich/Singer

Werner Tomanek, Eislady-Verteidiger

Werner Tomanek, Star-Verteidiger: "Gibt nichts mehr zu ermitteln"„Wenn sämtliche Hypothesen im Fall Kampusch einen wahren Kern hätten, dann wäre Natascha Kampusch sicherlich daran interessiert, dass die Wahrheit ans Licht kommt. Der Fall wurde umfassend von der Justiz und der Polizei geprüft. Es gibt nichts mehr zu ermitteln und man sollte endlich den 
Deckel über diesem Fall 
zumachen.“

© TZ "Oesterreich"

Martina Fasslabend, Möwe-Chefin

Martina Fasslabend, Möwe-Chefin: "Normales Leben für Natascha"„Ich bin der Meinung, dass man Natascha Kampusch endlich in Ruhe lassen sollte. Durch die neuen Verschwörungstheorien verlängert man nur ihr Leid. Ich gehe davon aus, dass von der Polizei das Bestmögliche unternommen wurde, um die Wahrheit zu finden. Ich plädiere dafür, dass Natascha Kampusch endlich das Recht und die Möglichkeit bekommt, in ein normales Leben zurückzukehren. Sie war acht Jahre in Gefangenschaft, aber ihre Opferrolle ist noch immer nicht zu Ende, weil der Fall noch immer nicht geschlossen ist.“

© Christine Wurnig

Nataschas Vater: Klage gegen Priklopil-Freund


1 / 5

Im Film spielt sie Natascha

Ludwig Koch will 35.000 Euro von Ernst H.

© APA

Im Film spielt sie Natascha

Ludwig Koch will 35.000 Euro von Ernst H.

© APA

Im Film spielt sie Natascha

Ludwig Koch will 35.000 Euro von Ernst H.

© APA

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden