Fall Kampusch

Natascha 
wird Fall 
für FBI

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Das Gremium empfiehlt eine Experten-Kommission von FBI und deutschem BKA.

Untersuchungsfehler, unterlassene Ermittlungsschritte, fehlerhafte Analyse von Ergebnissen: Der geheime U-Ausschuss im Parlament empfiehlt in seinem elfseitigen Endbericht, dass der Fall Natascha neu evaluiert werden müsse – durch Cold-Case-Ermittler des FBI oder des deutschen Bundeskriminalamts (BKA). Die entscheidende Frage, ob Entführer Wolfgang Priklopil Mitwisser oder Mittäter hatte, wird nicht beantwortet. Ausschussvorsitzender Werner Amon (VP): „Das kann nicht gesagt werden.“

Das sind die schwersten Ermittlungspannen:

  • Der Hinweis eines Polizeihundeführers auf Entführer Priklopil ist nicht berücksichtigt worden.
  • Zeugin Ischtar A. (sah zwei Täter, Anm.) sei unter Druck gesetzt worden, um ihre Aussage zu ändern. Eine ­Anzeige wegen Nötigung wird überlegt.
  • Es besteht der Verdacht, dass der Tatort erst Stunden nach Nataschas Flucht polizeilich versiegelt wurde.

Ausschussmitglied Dagmar Jenewein (FPÖ): „Wir hatten nicht alle Akten.“ Peter Pilz (Grüne): „Schon 2002 und 2006 hätte es eine Evaluierung geben müssen.“ ­Peter Westenthaler (BZÖ): „Jetzt wird der Akt richtig geöffnet.“ Wie geht’s weiter? Vorsitzender Amon sagt zu ÖSTERREICH: „Der formelle Antrag an die Cold-Case-Spezialisten folgt so rasch als möglich. Am liebsten wäre mir, FBI und BKA würden ermitteln.“


 


Nächste Seite: Der LIVE-TICKER zum Nachlesen

 

13:35 Uhr: Die Pressekonferenz ist nun beendet.

13:27 Uhr: Kontrolle durch das Parlament
Pendl: "Es gibt keine "Lex Staatsanwalt". Die zentrale Frage ist, wenn die Kampusch-Geschichte in längstens einem Monat frei sein hätte können, warum sie das erst Jahre später war. Es ist eine der zentralen Aufgaben des Parlaments, die Verwaltung zu kontrollieren. Das ist nun einmal Fakt."

13:25 Uhr: Pilz will Staatsanwaltschaft kontrollieren
Frage: "Gegen manche Politiker laufen Verfahren. Ist das nicht bedenklich, wenn es hier eine Kontrolle der Justiz durch den Nationalrat gibt?"
Pilz: "Es wird jetzt einen wilden Protest von Justiz-Standesvertretern geben. Ich würde das aber wesentlich entspannter sehen. Wir überprüfen die Tätigkeit von Staatsanwälten ständig in U-Ausschüssen. Die Staatsanwälte werden sich an eine transparente parlamentarische Kontrolle ABGESCHLOSSENER Verfahren geben wird. Da wird es Regeln geben, aber es wird auch die Kontrolle geben."

13:21 Uhr: Rolle der Staatsanwaltschaft
Amon zur möglichen Rolle des FBI: "Internationale Beteiligung schafft auch Objektivität."
Nachfrage: "Was wird genau untersucht?"
Westenthaler antwortet: "Es kann keine Beeinflussung des Parlaments von laufenden Verfahren geben. Es geht darum, dass in Zukunft so etwas wie im Fall Priklopil oder im Tierschützer-Prozess die Staatsanwaltschaft in Zukunft nicht mehr so handeln kann, als würde sie alles machen können, was sie will. Der Staatsanwalt muss in Zukunft wissen, dass er sich vor dem Parlament rechtfertigen wird müssen."

13:19 Uhr: Akten geschwärzt
"Wieso wurden Akten geschwärzt?"
Amon: "Hatten kein Problem mit geschwärzten Akten."
Nächste Frage zur Einzeltäterschaft von Wolfgang Priklopil:
Amon: Wir wollten uns nicht im spekulativen Bereich bewegen. Im Zusammenhang mit der Einzel- oder Mehrtätertheorie haben wir formuliert, dass dies nicht eindeutig geklärt werden kann.
Pilz: Das war nicht unsere Aufgabe, einen Kriminalfall zu klären. Wir können nur feststellen, dass manches nicht ausreichend untersucht wurde bzw. eklatant falsche Schlüsse gezogen worden sind....

13:18 Uhr: Pilz wird gefragt, welche Reformen gemeint sind. Pilz antwortet: "Wenn Kontrolle und Evaluierung nicht funktionieren, muss sich etwas ändern. Im Detail kann ich das aber nicht sagen.

13:12 Uhr: Journalisten stellen Fragen:
"Gibt es auch Anhaltspunkte, die sich in Luft aufgelöst haben?"
Amon:" Hinweise, dass ehemalige Richter oder Staatsanwälte involviert sein könnten, sind uns nicht untergekommen."

Frage: "Wurde Priklopil ermordet?"
Amon: "Der Gerichtsmediziner fand keine Hinweise bei Priklopil auf einen Mord."

13:09 Uhr:  "Fall Priklopil wird nicht geschlossen"
"Der Fall Priklopil wird nicht geschlossen - jetzt fängt die Ermittlung erst wirklich an!", so Peter Westenthaler. Vor allem die dubiose Rolle des Priklopil-Freundes Ernst H. sei noch nicht abgeschlossen. Gravierende Vorwürfe gegen die Behörden:

  • Fehler bei Ermittlungen
  • Unterlassung von Ermittlungsschritten
  • Falsche Schlüsse aus Ermittlungen
  • Dilettantisches Vorgehen der Staatsanwaltschaften

Westenthaler wiederholt: Es gibt eine Empfehlung weiterer Evaluierungen. "FBI oder BKA werden hinzugezogen.", sagt er. Und weiter: "Es gibt eine 5-Parteien-Einigung darauf, dass eine Untersuchung der Urteile der Staatsanwaltschaft kommen wird."

13:05 Uhr: Warten auf Berichte aus Justiz und Polizei
Pilz führt weiter aus: "Wir warten bis heute auf die Evaluierung in Justiz und Kriminalpolizei." Ein gemeinsames Ziel: "Sollte es jemals wieder zu so einem Fall kommen, sollten Eltern sicher sein können, dass Justiz und Kriminalbeamte das Möglichste tun, damit in Zukunft schnell eine Klärung stattfindet."

13:02 Uhr: Pilz: "Kampusch hätte früher befreit werden können"
Pilz: "Es kann immer zu Problemen kommen - aber dass die Evaluierung und die Kontrolle nicht funktionieren, das ist das Bedenkliche. Die Kontrolle findet erst jetzt, 14 Jahre später, in diesem U-Ausschuss statt.Hätte es so etwas wie ein "Cold Case-Management" gegeben, hätte Kampusch 4 Jahre vor ihrer Selbstbefreiung freikommen können."

13:01 Uhr: Peter Pilz ist nun am Wort
"Es ist unüblich, dass ein U-Ausschuss einen einzigen Kriminalfall zu seinem Thema macht. Der Grund liegt nicht in einer Untersuchung der Tat selbst, sondern im Versagen der Justiz und der untersuchenden Kriminalbeamten. Dieses Versagen ist eindeutig."

12:58 Uhr: Belakowitsch-Jenewein: Keine Akten aus dem Finanzministerium, keine Akten aus der 1. Einvernahme des Opfers
"Insgesamt bin ich mit 100 Fragen in diesen Ausschuss gegangen, die nicht beantwortet werden konnten - und mit 150 unbeantworteten hinausgegangen." Jetzt sind die Behörden gefragt, diese zu beantworten. Es hat eklatante Ermittlungsfehler gegeben."

Und weiter: "Ich weise hier auf die Aussagen des Polizeihundeführers hin. Kampusch hätte schon einen Monat nach der Entführung befreit werden können. "Es sind unglaubliche Dinge passiert in diesem Verfahren."

12:56 Uhr: Akten nicht da
Berlakowitsch-Jennewein konstatiert: "Wesentliche Aktenteile fehlen."

12:52 Uhr: Pendl ist es jetzt am Wort
"Dieser Fall hätte nach wenigen Tagen gelöst werden können. Kenne viele Kriminalfälle in Europa - kenne keinen Kriminalfall, in dem aus dem Opfer ein Fall wird. Überlegen Sie sich das einmal: Dass wir hier sitzen, zeigt, dass wir sehr spezialisiert ausgebildete Beamte brauchen. Es war in dem Fall nicht leicht, zuzuordnen, wer eigentlich zuständig ist. Die SoKo mit dem Auftrag einer Evaluierung hat alles gemacht nur keine Evaluierung."

12:48 Uhr: Die Zusammenfassung von Werner Amon: "Ermittlungen wurden beeinflusst"
"Der U-Ausschuss anerkennt Kampusch als Opfer. Der Opferschutz darf aber nicht so weit gehen, dass einzelne Aktenteile aber nicht einmal den ermittelnden Beamten bekannt sind. Es sind Ermittlungsfehler passiert. Es besteht der Verdacht, dass eine objektive Ermittlung in dem Fall Kampusch von Außen beeinflusst worden ist!"

12:47 Uhr: Fehler, keine Kommunikation, Schlamperei
"Es gab Fehler und Unrichtigkeiten, die von der Staatsanwaltschaft nicht aufgegriffen wurden." Und: "Schwerwiegendes Kommunikationsproblem zwischen Kriminalbeamten und Staatsanwaltschaft" - besonders nach Einsatz der SoKo Kampusch, konstatiert die Untersuchungskommission.

12:45 Uhr: Widersprüche
"Die SoKo-Daratellung der Tat widerspricht den Einvernahmen und den Darstellungen von Kampusch", führt Amon weiter aus.

12:44 Uhr: Priklopil und das Rotlicht-Milieu
Amon: "Es gab mehrere Verbindungen von Priklopil mit der Rotlichtszene - Verbindungen zum Fall Kampusch sind aber nicht nachweisbar."

12:43 Uhr: Wirbel um Ernst H.
Amon weiter: "Es ist unverständlich, warum Ernst H. nur als Zeuge vernommen wurde" H.´s Frage: "Hot er sie umbrocht?" ist aus dem Zusammenhang der Vorgänge auf mehrerlei Hinsicht verständlich.

12:40 Uhr: Einzeltäter?
Frage zu Einzeltäterschaft von Wolfgang Priklopil: "Widersprüche Aussagen von Zeugen und Natascha Kampusch sind bis heute nicht ausgeräumt", so Amon weiter. Und fügt folgende offenen Fragen hinzu: "Warum fuhr Wolfgang Priklopil nach der Entführung in ein Waldstück und telefonierte dort, dass die Entführung nicht geglückt sei? Wie kam es zu Überweisungen auf das Konto der Mutter von Priklopil kurz nach der Entführung von Kampusch?"
Zudem bleibt es offen, warum gegen das Urteil (Freispruch) von Ernst H. von der Justiz kein Rechtsmittel eingelegt wurde, so Werner Amon.

12:38 Uhr: Amon: "Die Ergebnisse aus Innsbruck sind noch nicht da, die von Wien hingegen schon." Eine "Mediale Einflussnahme auf Ermittler in Innsbruck wurden nicht untersucht", so Amon.

Die U-Ausschuss-Bewertung ist wie folgt:
Auffallend: Im Zuge der Ermittlungen wurden von der Justiz ganz wenige Einvernahmen durchgeführt. "Das ist schwer verständlich!"
Klarer Fehler: Ein Hinweis aus der Nachbarschaft und von einem Polizeihundeführer sind übergangen worden.

12:34 Uhr: Das vorgelegte Communiqué empfiehlt die Einbeziehung von BKA-Experten aus Deutschland und/oder des FBI aus den USA. Eine Wiederaufrollung des Kampusch-Falles wird nur bei neuen Erkenntnissen vorgeschlagen.

12:33 Uhr: Amon moderiert die Pressekonferenz. "Ich werde ein vor wenigen Minuten im ständigen U-Ausschuss beschlossenes Communiqué präsentieren".

Zwei Fragen wurden dabei behandelt:

1) Sind die Ermittler ihrer Aufgabe mit der nötigen Sorgfalt nachgekommen?

2) Ist den aufgetauchten Fragen ausreichend nachgegangen worden?


Beide Fragen: Ein klares NEIN

12:32 Uhr: Amon setzt sich, Dagmar Berlakowitsch-Jennewein links von ihm, Peter Westenthaler ganz links neben ihr Otto Pendl rechts von Amon, Peter Pilz setzt sich als Letzter - ganz rechts. Die Pressekonferenz beginnt.

12:30 Uhr: Soeben ist auch Peter Westenthaler erschienen.

12:25 Uhr: Peter Pilz steht bei SP-Abgeordnetem Otto Pendl - schaut auf die Uhr. Amon bespricht sich am anderen Ende des Konferenzsaals mit seinen Mitarbeitern.

12:20 Uhr: Die Namenskärtchen für Berlakowitsch-Jennewein, Pendl, Westenthaler, Pilz und Amon sind schon da - sonst aber nur Medienvertreter. Beginn ist um 12.30 Uhr. Peter Pilz hat schon kurz vorbeigeschaut, im Moment sind die aufbauenden Medienleute aber wieder unter sich.

Fall Kampusch spaltet das Land

„Ich kann die ewigen Artikel und Fernsehberichte über den Fall Kampusch nicht mehr ertragen. Jedes Mal denke ich mir: Wie geht Natascha Kampusch damit um, dass sie immer wieder mit denselben Fragen konfrontiert wird? Man sollte diese junge Frau, die derart viel erleiden musste, endlich in Ruhe lassen. Der Täter ist vor dem göttlichen Gericht gestanden und nach seiner Buße wird er seinen Frieden gefunden haben.“

„Wenn sämtliche Hypothesen im Fall Kampusch einen wahren Kern hätten, dann wäre Natascha Kampusch sicherlich daran interessiert, dass die Wahrheit ans Licht kommt. Der Fall wurde umfassend von der Justiz und der Polizei geprüft. Es gibt nichts mehr zu ermitteln und man sollte endlich den 
Deckel über diesem Fall 
zumachen.“

„Ich bin der Meinung, dass man Natascha Kampusch endlich in Ruhe lassen sollte. Durch die neuen Verschwörungstheorien verlängert man nur ihr Leid. Ich gehe davon aus, dass von der Polizei das Bestmögliche unternommen wurde, um die Wahrheit zu finden. Ich plädiere dafür, dass Natascha Kampusch endlich das Recht und die Möglichkeit bekommt, in ein normales Leben zurückzukehren. Sie war acht Jahre in Gefangenschaft, aber ihre Opferrolle ist noch immer nicht zu Ende, weil der Fall noch immer nicht geschlossen ist.“

„Wichtig wäre eine emotionsfreie Debatte, die sachlich erfolgt und mit kühlem Verstand – das ist aber nicht möglich. Alles muss auf den Tisch und der Fall muss neu aufgerollt werden. Aber es braucht ausländische Experten für die Aufklärung. Natascha macht sehr viel mit. Wenn sie in die Öffentlichkeit geht, heizt sie den Fall aber wieder neu an.“

„Die Debatte wird in Österreich mittlerweile so emotional geführt, dass es besser wäre, wenn ausländische Experten den Fall Kampusch objektiv betrachten würden. Diese Lösung würde zu einer Beruhigung der Situation beitragen. Ich bezweifle, ob es günstig ist, dass Natascha jetzt ein TV-Interview gegeben hat.“

„Es ist für viele Menschen unvorstellbar, dass es außer der öffentlichen Wahrheit noch eine andere Wahrheit geben kann.“

„Natascha ist ein armes Mädchen, aber der Fall ist noch nicht gelöst.“

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„Ich kann die ewigen Artikel und Fernsehberichte über den Fall Kampusch nicht mehr ertragen. Jedes Mal denke ich mir: Wie geht Natascha Kampusch damit um, dass sie immer wieder mit denselben Fragen konfrontiert wird? Man sollte diese junge Frau, die derart viel erleiden musste, endlich in Ruhe lassen. Der Täter ist vor dem göttlichen Gericht gestanden und nach seiner Buße wird er seinen Frieden gefunden haben.“

„Wenn sämtliche Hypothesen im Fall Kampusch einen wahren Kern hätten, dann wäre Natascha Kampusch sicherlich daran interessiert, dass die Wahrheit ans Licht kommt. Der Fall wurde umfassend von der Justiz und der Polizei geprüft. Es gibt nichts mehr zu ermitteln und man sollte endlich den 
Deckel über diesem Fall 
zumachen.“

„Ich bin der Meinung, dass man Natascha Kampusch endlich in Ruhe lassen sollte. Durch die neuen Verschwörungstheorien verlängert man nur ihr Leid. Ich gehe davon aus, dass von der Polizei das Bestmögliche unternommen wurde, um die Wahrheit zu finden. Ich plädiere dafür, dass Natascha Kampusch endlich das Recht und die Möglichkeit bekommt, in ein normales Leben zurückzukehren. Sie war acht Jahre in Gefangenschaft, aber ihre Opferrolle ist noch immer nicht zu Ende, weil der Fall noch immer nicht geschlossen ist.“

„Wichtig wäre eine emotionsfreie Debatte, die sachlich erfolgt und mit kühlem Verstand – das ist aber nicht möglich. Alles muss auf den Tisch und der Fall muss neu aufgerollt werden. Aber es braucht ausländische Experten für die Aufklärung. Natascha macht sehr viel mit. Wenn sie in die Öffentlichkeit geht, heizt sie den Fall aber wieder neu an.“

„Die Debatte wird in Österreich mittlerweile so emotional geführt, dass es besser wäre, wenn ausländische Experten den Fall Kampusch objektiv betrachten würden. Diese Lösung würde zu einer Beruhigung der Situation beitragen. Ich bezweifle, ob es günstig ist, dass Natascha jetzt ein TV-Interview gegeben hat.“

„Es ist für viele Menschen unvorstellbar, dass es außer der öffentlichen Wahrheit noch eine andere Wahrheit geben kann.“

„Natascha ist ein armes Mädchen, aber der Fall ist noch nicht gelöst.“

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