Finger von Bert Nussbaumer in den USA aufgetaucht

Schicksal ungewiss

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Finger von Bert Nussbaumer in den USA aufgetaucht

US-Behörden im Irak erhielten Ende der Vorwoche fünf abgetrennte Finger. Grausiges Detail: Die Finger wurden per Post verschickt. Bald war klar: Einer dieser Finger gehört dem im Irak entführten Österreicher Bert Nussbaumer – das ergab jetzt eine DNA-Untersuchung. Die US-Behörden informierten den österreichischen Botschafter in Amman über diesen makabren Fund. Dies berichtet das Magazin NEWS.

US-Quellen bestätigten gegenüber ÖSTERREICH, dass es sich um Fingerfragmente von fünf der insgesamt sechs entführten Geiseln handelt. Nussbaumer war am 16. November 2006 mit vier US-Kollegen (Jonathan Cote, Josh Munns, Paul Reuben und John Young) der privaten Sicherheitsfirma Crescent Security entführt worden, als er einen Konvoi von Kuwait nach Bagdad begleitete. Ein weiteres Opfer, der Amerikaner Ronald Withrow, war im Jänner offenbar von der gleichen Geiselnehmergruppe gekidnappt worden.

Bestätigung der Behörden
Österreichische Behörden wollten die grauenvollen Fingerfunde nicht bestä­tigen. Nur: Die DNA-Spuren und der Fingerabdruck stimmen mit jenen von Nussbaumer überein.

Wie die Nachrichten-Illustrierte NEWS berichtet, seien die übermittelten Fingerteile bereits schwer verwest gewesen. Neben DNA-Spuren sei es, so Experten, aber trotzdem noch möglich, Fingerabdrücke anzufertigen. „Es wäre schon vorstellbar, dass man auch von verwesten Fingern noch Abdrücke nehmen kann“, sagt Richard Scheithauer, Vorstand des Instituts für Gerichtliche Medizin der Medizinischen Universität Innsbruck im Gespräch mit ÖSTERREICH. „Wenn Gewebe stark getrocknet wurde, wie bei einer Mumifizierung, kann das möglich sein“. Zu einer derartigen Mumifizierung kann es durch sehr trockene und warme Umgebung kommen, wie es in der Wüste der Fall ist

Untersuchungen laufen noch
Die forensischen Untersuchungen der US-Behörden dauern laut ÖSTERREICH-Recherchen noch an: Unschlüssig sei man darüber, ob die Körperteile von Leichen stammen. Das in den USA ermittelnde FBI wollte in einem Telefonat mit einer Mutter eines der US-Opfer die jüngsten Entwicklungen nicht bestätigen. US-Familien haben sich in der Vergangenheit bitter beschwert, dass sie von der US-Regierung „völlig im Dunklen gelassen werden“.

Familie informiert
Die Familie der Austro-Geisel sei von den österreichischen Behörden vor dem Losbrechen des Mediensturms über die jüngsten Entwicklungen unterrichtet worden. (Siehe Interview rechts.) Es gibt keine Indizien, dass mit den Proben neue Forderungen gestellt worden seien. Die Spuren ließen auch „keine gesicherten Rückschlüsse“ auf das weitere Schicksal Nussbaumers zu, sagt das Außenministerium. „Wir arbeiten jedoch weiterhin mit Hochdruck an dem Fall“, sagt der General­sekretär des Außenministeriums, Johannes Kyrle.

Auch vor Ort kann man die Funde nicht bestätigen: „Es handelt sich dabei um Gerüchte, die vorwiegend in Österreich kursieren“, sagt Paul Chapman, Sprecher der Firma Crescent Security, für die Bert gearbeitet hat, im Telefonat mit ÖSTERREICH.

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