Misshandlungen in steirischem Pflegeheim

Schwere Vorwürfe

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Misshandlungen in steirischem Pflegeheim

In einem weststeirischen Pflegeheim soll es seit Jahren zu schweren Misshandlungen gekommen sein. Angestellte des zur Steirischen Krankenanstalten Gesellschaft KAGes gehörenden Sonderheimes Schwanberg haben die Vorfälle, die von körperlicher Gewalt bis zu gedeckten sexuellen Übergriffen durch Mitpatienten gingen, angezeigt. Wie die Staatsanwaltschaft Graz am Dienstag bestätigte, wurden Ermittlungen eingeleitet.

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Der Fall war durch Angestellten ins Rollen gekommen, die beim Landeskriminalamt Anzeige erstattet hatten. Sie berichteten von angeblichen Misshandlungen und Körperverletzungen durch das Pflegepersonal, wobei diese Handlungen von der Leitung verschleiert worden seien.

Vergewaltigung
  Außerdem hätte die Pflegeleitung einem Patienten, der sexuell abartig orientiert gewesen sei, die Ausübung seiner sexuellen Praktiken erlaubt, die schließlich zu einer Vergewaltigung geführt hätte. Tatsache ist, so hieß es von der Sicherheitsdirektion, dass die Einvernahme der bisherigen Zeugen und Auskunftspersonen das extrem schlechte Klima unter den Angestellten des Pflegeheimes hervorheben.

   Die Übergriffe sollen sich über einen Zeitraum von fünf Jahren erstrecken. Laut den bisherigen Einvernahmen habe es einerseits Übergriffe von Patienten untereinander, andererseits aber auch Tätlichkeiten von Personal gegenüber Pflegebedürftigen geben. Seitens der Führung wurde angeblich versucht, die Angelegenheiten zu vertuschen, auch mittels dienstrechtlicher Drohungen. Betreute einer Pflegerin hätten regelmäßig Hämatome aufgewiesen, in einem Fall sei ein Nasenbeinbruch festgestellt worden. Eine gehbehinderte Frau sei mit einem Fußtritt zu Boden befördert worden.

Ermittlungen
  Seitens der Staatsanwaltschaft Graz bestätigte Sprecher Hansjörg Bacher, dass Ermittlungen eingeleitet worden seien. Von der KAGes hieß es, es stünden furchtbare Verdächtigungen im Raum, "wir werden alles tun, um zu einer raschen Aufklärung beizutragen". Von der Anstaltsleitung war zunächst niemand erreichbar.

   Im Sonderpflegeheim Schwanberg, das über 164 Betten verfügt und offen geführt wird, werden psychisch chronisch Kranke betreut.

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