Rätsel um Anitas Leiche gelöst

DNA bestätigt

© SID NÖ, privat

Rätsel um Anitas Leiche gelöst

Das letzte Kapitel im Vermisstenfall „Anita K.“ ist ebenso traurig wie die ganze Vorgeschichte: Wie der Leiter des Landeskriminalamtes Niederösterreich, Franz Polzer, gegenüber ÖSTERREICH bestätigte, wurden die wenigen sterblichen Überreste der hübschen Verkäuferin auf einer Müllhalde längs eines Sees bei Rožňava in der Ostslowakei gefunden.

Bauer zeigte der Kripo 
die richtige Stelle
Wie bereits berichtet, ­ waren die NÖ-Ermittler einmal von dem weit verzweigten Gelände erfolglos abgezogen – doch dann tauchte ein neuer Zeuge, ein Bauer, auf, der Erwin K. dabei beobachtet hatte, wie er am 29.  Oktober etwas auf dem Mistplatz entsorgte bzw. anzündete. Und er konnte den Fahndern sogar die genaue Stelle zeigen.

Obwohl sich der gebürtige Tiroler Erwin K. alle Mühe gab, die Ermittlungen zu torpedieren (die Zähne sind verschwunden, ein Brandbeschleuniger wurde verwendet), konnte die Kripo doch einen Teil eines Schädelknochens sowie Stoffreste sicherstellen.

Auf den Fundstücken waren nur minimale DNA-Reste. Doch sie reichten aus, sie mit DNA aus dem Haus in Eggern (in dem Anita und ihre Schwester Szilvia mit dem Täter gelebt hatten) molekulargenetisch zu vergleichen. Kripo-Chef Leopold Etz: „Das Ergebnis ist eindeutig.“

Somit ist Erwin K. (54) des Mordes überführt. Zumal er am fraglichen 29.  Oktober bei einer Routinekontrolle der slowakischen Polizei in der Nähe der Müllhalde aufgehalten wurde. Die Beamten sahen im Kofferraum verdächtige Brandgeräte, ließen den Österreicher aber unbehelligt.

Die NÖ-Mordermittler indes waren schon damals überzeugt, dass ein schreckliches Verbrechen vorliegen musste.

Triebtäter durfte junge Mädchen großziehen
Als sich die Indizien mehrten, wurde der Privatier festgenommen. In der U-Haft erhängte sich der Diplomingenieur in der Zelle, allerdings ohne seine Schuld einzugestehen.

Dafür offenbarte sich bald ein unglaublicher Behördenskandal: Obwohl Erwin K. ein vorbestrafter Sex-Unhold war, der sogar wegen Vergewaltigung in Haft saß und zu keinem Zeitpunkt die Obsorge über Anita und ihre Schwester Szilvia hatte, durfte er die Mädchen ab 13 bzw. 14 Jahren bei sich aufnehmen, groß ziehen – und missbrauchen.

Szilvia K., die wegen Unstimmigkeiten bei ihren Aussagen kurz schuldlos in U-Haft saß, erholt sich nur mit psychologischer Betreuung von dem Lebensschock. Über ihren Anwalt Marcus Januschke zeigt sie sich jetzt geschockt und erleichtert zugleich: „Jetzt kann ich Anita wenigstens endlich begraben.“

 

Autor: Roland Kopt
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