Rückbau ist vom Tisch

Stadion Klagenfurt

© TZ Österreich Raunig

Rückbau ist vom Tisch

Die Reise am Mittwoch der Stadion-Delegation nach Wien hat sich ausgezahlt. SPÖ-Sportminister Norbert Darabos blieb seiner Ankündigung treu und sprach sich für die jetzige Stadiongröße aus: länderspieltaugliche 18.000 Sitzplätze mit der Option zur Erweiterung auf 30.000 Plätze. Zusätzlich kündigte er allerdings auch an, dass der Bund sämtliche Kosten für die Fertigstellung übernehmen soll. Der bislang geplante Rückbau auf 12.500 Sitzplätze dürfte also vom Tisch sein. Immerhin 15 Monate nach dem letzten EM-Spiel ist eine endgültige Lösung so nah wie noch nie.

Gemeinsam mit den Stadträten Albert Gunzer (BZÖ), Maria-Luise Mathiaschitz und Manfred Mertel (beide SPÖ) sowie Finanzlandesrat Harald Dobernig (BZÖ) wurde gestern eine Stunde im Verteidigungsministerium diskutiert. Mit am Runden Tisch saßen auch Leo Wintner und Alfred Ludwig vom Fußball-Bund (ÖFB).

Fertigstellung kostet bis zu 17 Mio. Euro
„Als Sportminister bin ich gegen die Vernichtung von Infrastruktur. Die Fertigstellung des Stadions wird auf Bundeskosten geschehen“, so Darabos. Wie hoch diese Kosten sein werden, ist unklar. Internen Aufzeichnungen zufolge könnten es bis zu 17 Millionen Euro sein. „Die Porr wird mit einer genauen Kostenaufstellung beauftragt, die dann dem Sportministerium übermittelt wird“, kündigte Scheider an.

Im Gegenzug zu den übernommenen Zusatzkosten verzichtet das Land auf „den ursprünglich vereinbarten Mittelrückfluss von fünf Millionen Euro. Denn das Stadion kann ohne zusätzliches Geld von Land und Stadt erhalten bleiben“, so Dobernig. Jetzt liegt es an ÖVP-Finanzminister Josef Pröll, denn auch er muss die vom Sportminister ausverhandelte Lösung akzeptieren. Staatssekretär Reinhold Lopatka ließ Darabos bereits wissen: „Herr Darabos kann jederzeit sein Budget für Stadienrückbauten, das 30 Millionen Euro schwer ist, verwenden.“

Zumindest ein Länderspiel im Jahr
Der ÖFB, der sich von Anfang an für die jetzt beschlossene Variante aussprach, sicherte zu, dass jährlich ein Länderspiel mit der Option auf ein weiteres im Stadion ausgetragen wird. Mathiaschitz wiederum kündigte an, sofort ein Feststellungsverfahren für eine mögliche Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) einzuleiten.

Keine rechte Freude mit dem Ergebnis hat Grünen-Chef Rolf Holub: „Auch wenn der Bund die Kosten übernimmt. Die Anrainer haben dem Stadionbau nur zugestimmt, weil ein Rückbau zugesagt wurde. Die UVP muss kommen. Außerdem gibt es kein Verkehrskonzept.“

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