Sonderthema:
Polizisten beteuern Notwehr in Krems

Beamter erschoss Bub

© Paul Plutsch

Polizisten beteuern Notwehr in Krems

Wie berichtet, ließ Hans-Rainer Rienmüller, Rechtsanwalt des Kremser Polizisten und seiner Zwettler Kollegin, aus dem Protokoll durchblicken, dass die Beamten in jener Nacht „attackiert wurden“. Das widerspricht den Aussagen des überlebenden Einbrechers Roland T. (16), der aussagte, dass die Schüsse fielen, als er und Florian P. (14) im Dunkel flüchten wollten. Damit steht es Aussage gegen Aussage.

Schuss in den Rücken
Höchst interessant wird es in diesem Zusammenhang auch sein, was das ballistische Gutachten ergibt – und wie der Sachverständige erklärt, dass ein Täter, der auf einen Bewaffneten losgeht, dabei einen Schuss in den Rücken erleiden kann.

Tatort-Rekonstruktion
Zwei weitere Details aus der Vernehmung der Polizisten: Sie hätten deshalb nicht auf Verstärkung gewartet, weil sie dachten, dass es sich um einen Fehlalarm gehandelt habe. Die Spurenauswertung der Tatortarbeit vor Ort wird zeigen, ob die Polizisten (und der Filialleiter) nicht bemerkt haben konnten, dass jemand zuvor den Rollbalken zum Lagerbereich aufgezwängt hatte und hineingeschlüpft war. Eine für kommende Woche anberaumte Rekonstruktion des Tathergangs könnte hier ebenfalls entscheidend zur Klärung beitragen.

Wer gab Todesschuss ab?
Durchgesickert ist des Weiteren, dass Polizist Andreas K. zweimal, die Kollegin einmal geschossen hat. Unklar ist, aus welcher Dienstwaffe das tödliche Projektil kam. Beide Polizisten machen eine „Notwehrsituation für sich geltend“. Anwalt Rienmüller: „Die Burschen sprangen laut meinen Mandanten aus einer Nische und waren bis auf die Augen vermummt und drohten mit einer Stich- und einer Schlagwaffe.“

"Wir blasen euch eh um"
Völlig neu ist, dass es vor der Schießerei beim unmittelbaren Aufeinandertreffen von Teenie-Gangstern und Polizei in einem dunklen Nebenraum zu einem Schreiduell gekommen ist. Demnach hätten die Beamten sich laut zu erkennen gegeben: „Halt, Polizei!“ Die Antwort der vermummten Gestalten Florian und Roland war deftig: „Geht’s in Oasch! Wir blasen eich eh um.“ Anwalt Rienmüller bestätigt nicht den genauen Wortlaut, aber dass es zu einem Wortgefecht gekommen sei.

Begräbnis am Donnerstag
Das Begräbnis für Florian wird mit größter Wahrscheinlichkeit am Donnerstag um 13.15 Uhr stattfinden. Der Totengottesdienst in der Kirche Krems-Lerchenfeld wird um 12.00 Uhr beginnen. Die definitive Entscheidung fällt am Montag. Beigesetzt wird der Bursch auf dem Kremser Friedhof.

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