15. November 2007 10:09

Selbstmord in OÖ 

Psychologe spricht nach Kettensägen-Enthauptung

Eine grauenhafte Art, aus dem Leben zu scheiden, wählte ein 19-jähriger Lehrling. Der junge Mann griff zur Motorsäge und schnitt sich den Kopf ab.

Psychologe spricht nach Kettensägen-Enthauptung
© ÖSTERREICH

Wie verzweifelt muss ein Mensch sein, um so einen Schritt zu setzen? Wie erst jetzt bekannt wurde, packte am Freitag vor einer Woche der 19-jährige Johannes R. im Haus seiner Eltern im Bezirk Gmunden eine Motorsäge, ging in sein Zimmer und schloss sich ein. Die Brüder des Burschen – 12 und 16 Jahre alt – spürten das nahende Unheil: Als sie das Fauchen der schweren Säge hörten, traten sie in Panik die Tür ein. Doch die Rettung kam zu spät, der Lehrling hatte sich bereits in einem unvorstellbaren Akt der Gewalt den eigenen Kopf abgeschnitten.

LeitnerFTP-grab_rathner_02

Das Grab des 19-Jährigen/ (c) ÖSTERREICH

Schock
Eine Woche nach dem Selbstmord-Drama versuchen Verwandte und Polizei noch immer, den Auslöser für die schockierende Tat zu ergründen. „Er war ein aufgeweckter, intelligenter Junge“, so ein Ermittler: „Das Ganze zeigt einfach, dass man in einen Menschen nicht hineinschauen kann. Vielleicht steckt eine Enttäuschung durch eine Freundin, also Liebeskummer dahinter.“

Motiv
Bekannte des 19-Jährigen erzählen wiederum von Schwierigkeiten im Job des Burschen, der Pyrotechniker werden wollte. Demnach soll er vor Kurzem eine Lehre abgeschlossen, in letzter Zeit an seinem Arbeitsplatz aber gemobbt worden sein. Mit der Folge, dass Johannes sich enttäuscht und deprimiert immer mehr zurückzog – und zwar in die virtuellen Welten von Brutalo-Computerspielen. Seine Favoriten: Die PC-Games „Doom“, „Scarface“ und besonders „Resident Evil 4“, ein ultrabrutales Machwerk, bei dem es darum geht, ekelerregende Monster zu töten. Monster, die am Bildschirm ihren Gegnern mit Motorsägen die Köpfe abschneiden.

Warnung
Johannes soll in den vergangenen Wochen unzählige Stunden hinter dem Computer verbracht und immer tiefer in diesen Sumpf aus Blut, Mordlust und Gewalt geraten sein. Was derartige Spiele wirklich in der Seele eines jungen Menschen anrichten können, beschreibt Militärpsychologe Dave Grossman von der welt­bekannten US-Akademie West Point: „Durch Gewaltdarstellungen in Video-spielen setzen wir Teen­ager und Jugendliche genau denselben Mechanismen aus, die Berufssoldaten zum Töten konditionieren.“ Möglich also, dass Johannes die ständige Gewalt in der Spiele-Welt mit in die Realität genommen – und gegen sich gerichtet hat.


Posten Sie Ihre Meinung Neu anmelden Login |
Top Gelesen Chronik
TOP Videos
Die kältesten Orte mehr Wetter >
1. Obergurgl -22.1°
2. Obertauern -20.6°
3. Altaussee -19.7°
4. Spital am Pyhrn -19.7°
5. Hintertux -19.4°
6. Bad Mitterndorf -19.3°
7. Tux -18.8°
8. Radstadt -18.2°
9. Lech -18.2°
10. Leogang -18.2°
Top Schneelagen mehr Skiwetter >
1. Dachstein Gletscher 480 cm
2. St. Anton am Arlberg 470 cm
3. Stuben 470 cm
4. Tiroler Zugspitzbahn 410 cm
5. Sonnenkopf 400 cm
6. Krippenstein / Obertraun 380 cm
7. Pitztaler Gletscher 370 cm
8. Ifen 360 cm
9. Tauplitz / Bad Mitterndorf 360 cm
10. Warth - Schröcken 355 cm
Tal Schneelagen mehr Skiwetter >
1. Dachstein Gletscher 480 cm
2. Feuerkogel 335 cm
3. Kaunertaler Gletscher 271 cm
4. Warth - Schröcken 270 cm
5. Postalm 270 cm
6. Ifen 240 cm
7. Faschina / Fontanella-Faschina 240 cm
8. Damüls 235 cm
9. Mellau Bergbahnen 235 cm
10. Obertauern 230 cm
Wettercams Wetter Live >