Vor Suizid: Beamter zeigte Bürgermeister an

Mobbing endet im Selbstmord

© Gemeinde Gmunden, salzi.at

Vor Suizid: Beamter zeigte Bürgermeister an

Nach dem Selbstmord des Gmundner Stadtamtsdirektors Robert Hametner wurde jetzt bekannt, dass er Bürgermeister Heinz Köppl (ÖVP) angezeigt hatte. Der Vorwurf lautet auf Amtsmissbrauch, bestätigte der Mediensprecher der zuständigen Staatsanwaltschaft Wels, Manfred Holzinger, Montagnachmittag. Man werde den Verdacht prüfen und anschließend entscheiden. Es geht darum, ob der Fall von der Behörde in Wels oder der Korruptionsstaatsanwaltschaft bearbeitet wird.

Schwere Mobbing-Vorwürfe
Hametner hatte sich in der Nacht auf vergangenen Freitag in seinem Büro das Leben genommen. In einem Abschieds-Mail an alle Mitarbeiter erhob er schwere Mobbing-Vorwürfe gegen Köppl und machte den Bürgermeister für seinen Selbstmord verantwortlich. FPÖ-Stadtrat Gerald Grampelhuber forderte das Stadtoberhaupt zum Rücktritt auf, SPÖ-Stadtrat Wolfgang Sageder will nach einer "Trauerzeit" über politische Folgen reden.

Bürgermeister: "Das war nie meine Absicht"
Köppl war nach Bekanntwerden des Selbstmordes zunächst nicht erreichbar, er musste psychologisch betreut werden. Samstagabend meldete sich der Bürgermeister in einem offenen Brief zu Wort. Die Anschuldigungen im Abschiedsbrief seines Mitarbeiters "wiegen schwer und treffen mich tief im Innersten", heißt es darin. "Im Leben und in der Politik müssen wir Linien vorgeben und Entscheidungen treffen. Das soll aber niemals soweit gehen, dass sich Menschen dadurch persönlich angegriffen fühlen oder verletzt werden. Das war und ist nie meine Absicht gewesen", so Köppl. Zu politischen Konsequenzen nahm er vorerst nicht Stellung.

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