04. Februar 2010 13:09
In weiten Teilen Tirols hat am Freitag eine "unverändert heikle
Lawinensituation für den Wintersportler" bestanden. Darauf
verwiesen die Experten des Lawinenwarndienstes.
Im Norden des Landes herrschte "allgemein erhebliche Lawinengefahr".
Weiter im Süden war die Gefahr unterhalb der Waldgrenze teilweise noch
mäßig, darüber jedoch auch erheblich. Die Lawinenexperten rieten zu großer
Vorsicht und Zurückhaltung bei der Befahrung von Steilhängen.
50 Helfer suchten verzweifelt nach Opfer
Donnerstag war ein
schwarzer Tag auf Österreichs Bergen. Innerhalb von nur 24 Stunden starben
fünf Personen den weißen Tod. Schon am Mittwoch kamen in Vorarlberg (siehe
rechts) zwei Personen, um und am Dienstag wurde ein Skilehrer unter
Schneemassen begraben. Die Zahl der Opfer diese Woche liegt bereits bei
acht!
Marion G. aus Neukirchen (OÖ) war mit zwei Freunden auf dem Kasberg bei
Grünau unterwegs. Sie fuhren abseits der Piste in den Tiefschnee. Um 11. 45
Uhr löste sich eine Lawine oberhalb der Gruppe. Der Freund von Marion G. und
deren Begleiter entkamen - die 29-Jährige wurde mitgerissen und verschüttet.
In einer Gruppe von Bäumen blieb die Lawine schließlich hängen. Die
Bergrettung war binnen Minuten mit drei Helikoptern, 50 Helfern und
Suchhunden vor Ort.
Nach 45 Minuten konnte Marion G. ausgegraben werden. "Die Frau war nur
oberflächlich unter dem Schnee begraben, aber sie hatte keinen
Lawinenpiepser bei sich", begründet Martin Trautwein, Leiter der
Bergrettung, die lange Suche.
Zunächst waren die Einsatzkräfte noch zuversichtlich, denn das Opfer gab
noch Lebenszeichen von sich. Der Notarzt und ein Arzt der Bergrettung
kämpften eine Stunde lang um das Leben der Studentin an der Linzer
Universität - vergeblich. Trautwein: "Sie haben alles versucht,
aber wir haben den Kampf um ihr Leben verloren." Zum Zeitpunkt des
Unglücks herrschte am Kasberg Lawinenwarnstufe drei bis vier.
Zu einem Drama kam es gestern auch am 2. 244 Meter hohen Sonntagsköpfl im
Zillertal in Tirol. Eine Tourengeherin aus Bayern starb wahrscheinlich unter
einer Lawine - noch wurde die Frau nicht gefunden. Ihr Begleiter, der selbst
von den Schneemassen erwischt wurde, konnte erst Stunden später einen Notruf
absetzen. Er musste sich zuerst selbst aus den Schneemassen befreien. Die
Retter kamen per Helikopter, der Mann musste sie per Telefon zur
Unglücksstelle dirigieren. Bis spät in die Nacht wurde nach der Frau
gesucht.
Im Kleinwalsertal in Vorarlberg gingen gestern gleich fünf Lawinen ab. Ein
22-jähriger Snowboarder aus Baden-Württemberg erlag in der Nacht seinen
Verletzungen. Der Deutsche war mit Freunden im Skigebiet Kanzelwand-Fellhorn
unterwegs. Um 15. 30 Uhr löste sich eine Lawine. Der Snowboarder wurde 600
Meter weit mitgerissen - er hatte keine Chance.
Snowboarder erstickten unter 30 cm Schnee
Um 21. 58 Uhr am Abend
die nächste Schreckensmeldung: In Salzburg starben zwei Personen
(wahrscheinlich Oberösterreicher). Die Gruppe von drei Snowboardern war in
Werfenweng im Pongau in Salzburg unterwegs. Sie verließen die Piste und
fuhren ins freie Gelände. Schon am Nachmittag gingen dort einige kleinere
Lawinen ab. Einer der drei Boarder verließ die Gruppe zu Mittag. Als seine
Kumpels am Abend nicht im Hotel auftauchten alarmierte er die Bergrettung.
Die beiden Männer erstickten in einer Tiefe von 30 cm im Schnee.