30. August 2011 20:40

Schwiegervater vor Gericht 

Braut starb in Hochzeits-Nacht

Bei Horror-Crash nach Hochzeitsfeier getötet: Schwiegervater am Steuer.

Braut starb in Hochzeits-Nacht
© Schwabl, privat
Braut starb in Hochzeits-Nacht
© APA

Der schönste Tag ihres Lebens war ihr letzter. Bei einem Unfall in der Hochzeitsnacht starb die Braut. Dienstag stand der Lenker vor Gericht.

Martina (22) war wunderschön, jung, verliebt und mit ihrem Traummann Filip (26) verheiratet. Doch das Glück der Salzburgerin währte nur kurz, denn wenige Stunden nach ihrem Ja-Wort riss das Schicksal sie auf unfassbar tragische Weise aus dem Leben. Ein Unfall in der Hochzeitsnacht, ein kurzer Sekundenschlaf ihres Schwiegervaters, der das Auto lenkte, genügte. Von der rauschenden Nacht im Pinzgau blieben nur Trauer, Entsetzen und ein für sein Leben geschockter junger Mann, der vom Bräutigam zum Witwer wurde.

Gebrochener Mann
Am Dienstag stand Branko J. (46) in Salzburg vor Gericht, um sich für diese fünf Sekunden Schlaf, die seiner Schwiegertochter das Leben raubten, zu verantworten. Er kam als gebrochener Mann in den Verhandlungssaal des Landesgerichtes und es schien, als hätte er das Urteil über sich ohnehin schon lange gesprochen. Schuld zu sein daran, dass er am Steuer eingeschlafen war und dass seine Schwiegertochter starb. Dabei hatte er extra während der Feierlichkeiten nichts getrunken, um in der Nacht das Paar nach Hause nach Saalbach bringen zu können. Ein Alkotest zeigte: 0,0 Promille. „Ich war doch so glücklich, dass mein Sohn Hochzeit hatte, ich hab sogar tagsüber eine Stunde geschlafen, um fit zu bleiben“, so der Mann zu Richterin Gabriele Glatz.

Tödlich endete der Zusammenstoß zwischen seinem Mazda und einem Mercedes Van kurz vor Viehhofen am 9. Mai 2010 aber nur für die Braut. Bräutigam, Schwiegervater und Schwiegermutter, die ebenfalls im Wagen saßen, kamen mit teils leichten Verletzungen davon.

Ein Jahr bedingt
Selbst Staatsanwalt Georg Kasinger tat sich mit seiner Anklage schwer: „Das Ganze ist eine absolute Familientragödie, wir haben auf alle Rechtsmittel verzichtet und wollten den Prozess möglichst schnell hinter uns bringen.“

Das milde Urteil: Ein Jahr bedingt wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung.

Gutachter Kronreif war Sachverständiger des Hochzeits-Crashs:

„Sekundenschlaf ist wie Vollrausch“

ÖSTERREICH: Das Auto mit dem Schwiegervater am Steuer raste ungebremst in den Gegenverkehr.
Gerhard Kronreif: Er war mit über 80 statt mit den erlaubten 50 km/h unterwegs, schwerwiegender war aber die Übermüdung.

ÖSTERREICH: Sie haben einmal gesagt, dass Sekundenschlaf wie Alkohol wirkt.
Kronreif: Die Reaktion ist wie bei einem Vollrausch. Wenn jemand sekundenlang wegnickt, hat er null Reaktionszeit. Wenn in Deutschland jemand übermüdet nur einen Sachschaden baut, ist der Führerschein auf Monate weg.

ÖSTERREICH: Sollen die Gesetze da auch in Österreich verschärft werden?
Kronreif: Die Gerichte urteilen ohnehin schon härter. Der gegenständliche Fall ist aber wirklich eine besondere Tragödie; fatalerweise wurden die Reste von der Hochzeitstorte und dem Essen aus dem Kofferraum nach vorne genau auf die Braut gedrückt.


Posten Sie Ihre Meinung Neu anmelden Login |
10 Postings
folker1978 meint am 03.09.2011 09:47:33 ANTWORTEN >
Das ist das schlimmste was einem passieren kann, keine Strafe der Welt kann es für den Brautvater noch schlimmer machen, dieser ist für sein ganzes Leben gestraft und wird lange oder nie darüber hinweg kommen dafür braucht es keine weiß gott wie harte Strafe von Justitia. Alle in diesem Fall tun mir unendlich Leid, es ist sehr sehr Traurig und hart für alle.
trikpanter meint am 31.08.2011 22:43:12 ANTWORTEN >
Clubsound ,ich denke auch das du recht hast.
zum kotzen meint am 31.08.2011 08:07:33 ANTWORTEN >
da bozz .....du bist das intelligenteste wesen auf diesem planeten...kann man dich im zoo bewundern
Da Bozz meint am 31.08.2011 00:03:12 ANTWORTEN >
Der Mann ist mit dem, was er getan hat, sein Leben lang gestraft ...
schalkonetti meint am 30.08.2011 21:38:50 ANTWORTEN >
Trotz aller Tragik finde ich, sollte nicht unerwähnt bleiben das die Braut nicht angeschnallt war! Die 3 anderen Familienmitglieder die angeschnallt waren, kammen mit leichten Verletzungen davon! Natürlich kann man sich vorstellen das jede Braut auf das schöne Kleid Acht gibt und nicht möchte das es durch denn Gurt zerknittert wird, in diesem Fall endete es leider tödlich!
Andy meint am 30.08.2011 15:10:54 ANTWORTEN >
Übermüdet und überhöhte Geschwindigkeit - ist aber auch kein Kavaliersdelikt.
mosby meint am 30.08.2011 13:22:02 ANTWORTEN >
@ Clubsound ---> 100%tige Zustimmung
Clubsound meint am 30.08.2011 10:40:37 ANTWORTEN >
In welchem Land leben wir eigentlich? Macht die Justiz bei uns wirklich schon was sie will? Gewaltverbrecher und Vergewaltiger werden auf freien Fuss angezeigt, wenns ums eingemachte geht, schrecken viele Richter von angemessenen Strafen zurück, aber ein Familienvater, der ohne Alkoholisierung einen scheinbar minimalen Fehler mit gewaltiger Auswirkung gemacht hat, der wird vor den Richter gezerrt? Wozu? Der Mann hat doch schon mehr Strafe abgeleistet, als man sich vorstellen kann! Wen genau bringt dieser Prozess etwas? Geht es nur darum, dass sich die Lebensversicherung aus der Affäre ziehen kann? Ich bin immer mehr entsetzt in welcher Bananenrepublik wir eigentlich leben!
user12 meint am 31.08.2011 11:15:25
bin auch deiner meinung, aber keine ahnung wie man dagegen etwas machen kann, die politiker machen ja auch was sie wollen egal wen man wählt oder was man macht.
christian meint am 31.08.2011 10:45:21
clubsound, deinem artikel kann man nur recht geben!
Seiten: 1
Facebook Kommentare
Top Gelesen Chronik
TOP Videos mehr >
Webtipps