Prostituierte nach Babymord verurteilt

Bewährungsstrafe

 

Prostituierte nach Babymord verurteilt

Die Prostituierte, die sich vollinhaltlich schuldig bekannte, wurde zu zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Als Milderungsgründe nannte der Vorsitzende Richter des Schöffensenates, Peter Hattinger, das Geständnis der Frau, ihre Unbescholtenheit und den Ausnahmezustand während der Geburt. Die 19-Jährige ins Gefängnis zu stecken, wäre kontraproduktiv, so der Richter.

Der Strafrahmen beträgt bei jungen Erwachsenen in diesem Fall sechs Monate bis fünf Jahre Haft. Das Urteil ist bereits rechtskräftig. Die Öffentlichkeit wurde vor der Einvernahme der Rumänin von der Verhandlung ausgeschlossen.

Milderungsgründe für Geständnis
Laut Gutachter habe die Angeklagte zum Tatzeitpunkt nicht gewusst, was sie tut, führte Verteidiger Robert Morianz in seinem Eingangsplädoyer aus. "Sie hat in einem schweren Milieu gearbeitet und nicht einmal gewusst, dass sie schwanger ist." Einige Stunden vor der Geburt habe sie über Bauchweh geklagt, sich ins Zimmer gelegt und dann auf der Toilette "etwas ausgestoßen, das sie in einen Nylonsack verpackt und aus dem Fenster geworfen hat", schilderte der Rechtsanwalt.

Leben mit der Tat als tatsächliche Strafe
Die bisher unbescholtene Frau wegzusperren, wäre "der absolut falsche Weg", betonte Morianz. Sie müsse ohnehin mit der Tat leben, "das ist die tatsächliche Strafe". Wichtig sei nun, ihr die größtmögliche Integration zu bieten. Als sie nach dem tragischen Vorfall im Bordell in die Christian-Doppler-Klinik eingeliefert worden war, habe Selbstmordgefahr bestanden. "In der medizinischen Nachbetreuung wurde Wunderbares geleistet. Ihr konnte zur Wiedereingliederung ins Leben geholfen werden", so der Anwalt.

Aus dem Milieu ausgestiegen
Die ehemalige Prostituierte ist laut ihrem Verteidiger aus dem Milieu komplett ausgestiegen. Sie werde nun von ihrem aktuellen Lebensgefährten unterstützt. Der Österreicher hat die Rumänin heute auch in den Gerichtssaal begleitet und vor dem Blitzlichtgewitter sowie Videokameras der Medien - soweit es ihm möglich war - abgeschirmt.

Salzburgs Politiker wollen Prostitution verbieten
Die 19-Jährige hat mittlerweile eine Arbeit in einem Geschäft einer Freundin gefunden, wofür sie laut eigenen Angaben rund 200 Euro "Taschengeld" verdient. Detail am Rande: Seit der Tat gibt es Bemühungen von Salzburger Politikern, die Prostitution während der Schwangerschaft per Gesetz zu verbieten.

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