Steirer unter Strom

380-kv-Leitung

© APA/Gindlfoto

Steirer unter Strom

Die erste Planung liegt 25 Jahre zurück und die Protestbewegung ist nicht viel jünger. So gesehen ist es ein besonderer Moment, wenn am Dienstag die überaus umstrittene 230 Millionen Euro teure steirische Stromautobahn - kurz genannt, die 380 kV-Leitung des Verbunds - ans Netz geht. „Der Strom fließt: Wir schalten am Vormittag das erste System ein, am Mittwoch wird der Trafo hochgefahren und so weiter“, erläutert Verbund-Projektleiter Wolfgang Hafner die Inbetriebnahme. Sie sei ein „wesentlicher Faktor für die Energieversorgung im Süden.“

Leitungsstreit füllt 2.500 Aktenordner
Dass die Gegner der rund hundert Kilometer langen Hochspannungsleitung zwischen Rotenturm (Burgenland) und Zwaring-Pöls südlich (Graz-Umgebung) dazwischenfunken, glaubt Hafner nicht. „Wir haben in den vergangenen 18 Monaten gut kooperiert“. „Es ist gelaufen“, meint auch der Bürgermeister von Empersdorf, Alois Baumhackl. In seiner Gemeinde verläuft die Stromautobahn jetzt unweit der Volksschule und des Kindergartens. Alle Einwände - der Fall füllt insgesamt 2.500 (!) Aktenordner - konnten den Bau der Steiermark-Leitung letztlich nicht verhindern.

Greenpeace protestiert
Den Befürwortern des Stromhighways - Energiewirtschaft und Industrie - ist freilich nach Feiern zu Mute. Die Party zum Vollbetrieb ist übrigens für September angesetzt. In Voitsberg, wo eine Investorengruppe rund um den Industriellen Mirko Kovats das Kohlekraftwerk neustarten möchte, hat der Widerstand seinen ersten Höhepunkt erreicht. Aktivisten von Greenpeace protestierten am Montag vor der Anlage.

Umbau schafft 200 neue Arbeitsplätze
Sie warnen vor einer zusätzlichen Luftbelastung in der Größenordnung von zwei Millionen Tonen CO2 jährlich. Die Bevölkerung sorgt sich ebenso um die Luftgüte: Nicht weniger als 500 Einsprüche sind in der Bezirkshauptmannschaft eingelangt. Morgen Mittwoch steigt die öffentliche Verhandlung: Ein heftiger Schlagabtausch zwischen Gegnern und Befürwortern ist programmiert.Die Investoren verweisen auf 200 Jobs, die mit dem Umbau des einstigen Braunkohlekraftwerks samt neuem Forschungszentrum geschaffen werden. Die Landesregierung unterstützt das.

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