Anzeige wegen „Hitlergruß

Burschenschafter

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Die befürchtete Eskalation der Gewalt ist rund um den Burschenschafter-Kommers am Wochenende ausgeblieben. Just der Abschluss der Veranstaltung „150 Jahre deutsche Burschenschaft in Österreich“, von Samstag auf Sonntag kurz nach Mitternacht, könnte jetzt aber ein gerichtliches Nachspiel haben.

Angeblich „Heil“-Rufe
Die etwa 700 schlagenden Burschenschafter in der Messehalle schwelgten in Glückseligkeit, als sie kollektiv das „Südtirol-Lied“ anstimmten. Und da sollen einige „Alte Herren“ der rechtsnationalen Verbindungen in der Messehalle die rechte Hand angeblich zum „Hitlergruß“ erhoben haben. Vereinzelt sollen in der biergeschwängerten Atmosphäre sogar „Heil“-Rufe ertönt sein.

Die Sicherheitsdirektion wurde jedenfalls mit Ermittlungen wegen Verbrechen nach dem Verbotsgesetz beauftragt, so Staatsanwalt Hans-Jörg Mayr. So kann etwa per Foto belegt werden, dass ein älterer Herr die rechte Hand ausstreckt und erhoben hat. Eindeutig zu erkennen ist der Mann auf dem Bild allerdings nicht.

Die Ermittlungen der Polizei gegen Unbekannt gehen in Richtung „NS-Wiederbetätigung“.

Zentrales inhaltliches Thema der Veranstaltung, zu der zahlreiche schlagende Verbindungen aus ganz Österreich und Deutschland angereist waren, war Südtirol. Um Festredner Martin Graf (FPÖ), er ist 3. Nationalratspräsident, hatte es im Vorfeld großen politischen Wirbel gegeben. Graf ist selbst schlagender Burschenschafter (Olympia Wien). In seiner umstrittenen Rede vor den Korporierten nahm er viel Bezug auf „Südtirol“.

Nur „Treueschwur“?
Das zum Abschluss des Kommers intonierte „Südtirol-Lied“, während dem der „Hitlergruß“ geschehen sein soll, hat als eine Art inoffizielle Landeshymne auch zahlreiche „inoffizielle“ Strophen, die in einschlägigen Szenen gesungen werden.

Eine Strophe hat etwa folgende martialische Verse: Was ist das für ein schönes Land, wo Etsch und Eisack fließt. Wo jeder wahre Deutsche Mann auf Italiener schießt. Dies ist mein schönes Südtirol, umringt von Eis und Firn. Zum Schwur erheben wir die Hand: Italien soll krepier’n.

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