120.000 Lehrer protestieren heute

Chaos droht

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120.000 Lehrer protestieren heute

1,2 Millionen Schüler werden heute weniger lernen als geplant – ihre Lehrer werden zwei Stunden lang die Klassenzimmer verlassen um Dienststellenversammlungen abzuhalten. Grund für die Protestmaßnahmen sind die Pläne von Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ): Sie will durchsetzen, dass Lehrer bei gleicher Bezahlung zwei Stunden länger unterrichten.

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  • Der Protesttag der 120.000 Lehrer im Detail:
    -Bereits in der Früh kommt es zu einem Gipfeltreffen der Streitparteien: Um 8.30 beginnen die Verhandlungen zwischen Lehrervertretern und der Unterrichtsministerin. Gewerkschafter Walter Riegler wollte keine Pläne von Schmied kommentieren. Für ihn gilt: Erst was ihm die Ministerin bei diesem Treffen sagt, gilt als ihr Vorschlag.
  • -Ab acht Uhr in der Früh geht es los: In AHS-Schulen werden die ersten zwei Schulstunden für die „Dienststellenversammlungen“ genutzt. Die 20.000 AHS-Lehrer treffen sich in ihren jeweiligen Schulen und werden über die Forderungen der Ministerin Schmied informiert. Danach entscheiden die Pädagogen, was die nächsten Schritte sein sollen: Geht es weiter mit Protestmaßnahmen – bis hin zu einem eventuellen tagelangen Streik – oder kommt man der Ministerin vielleicht sogar entgegen und nimmt einen Kompromiss an.
  • -In den Pflichtschulen treffen einander die Lehrer ab elf Uhr zu ihren Veranstaltungen. Im Gegensatz zu Gymnasien finden hier die Versammlungen nicht zwingend in der eigenen Schule statt. So fahren etwa die Lehrer des 7. Wiener Bezirks ins Haus der Begegnung im 15. Bezirk, wo sich rund 500 Lehrer aus der Umgebung versammeln. „Es geht dabei vor allem um das Recht auf Information bei solch wichtigen Veränderungen“, sagt Christine Schiller (53), Direktorin der Europäischen Mittelschule in der Wiener Neustiftgasse.
  • -Kärnten ist anders: Hier finden die Veranstaltungen der Pflichtschullehrer erst am 16. März statt.

Chaos bei Betreuung
Trotz Protests gibt es keine Aufhebung der Aufsichtspflicht. An vielen Schulen musste ein Journaldienst für Kinder organisiert werden, deren Eltern keine Ersatz-Betreuung finden konnten: Einige Lehrer müssen die Aufsicht übernehmen und können somit nicht an ihren Informationsveranstaltungen teilnehmen.

Doch ein ÖSTERREICH-Rundruf in Schulen im ganzen Land zeigt: Viele Eltern wurden gar nicht von dieser Ersatzbetreuung informiert – jetzt droht Chaos. Denn viele Eltern hatten keine Chance sich für die Betreuung anzumelden. Somit wissen die Schulen noch immer nicht, wie groß der Ansturm sein wird, und die Direktoren konnten bis jetzt nicht abschätzen wie viele Lehrer sie für die Betreuung abstellen müssen. Viele Schulen wussten übrigens noch gestern nicht, wie sie überhaupt eine Ersatz-Betreuung organisieren können.

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