10. März 2010 19:07
„Bologna brennt“ – unter diesem Motto demonstrieren heute bis zu 15.000
Studenten gegen die heftig umstrittene Hochschulreform. Anlass: Am Abend
feiern die EU-Wissenschaftsminister in der Hofburg das 10-jährige Jubiläum
des Bologna-Prozesses, der ein einheitliches europäisches Uni-System
schaffen soll.
Den Bologna-Gipfel wollen die Studierenden, die das Fest als „blanken
Zynismus“ bezeichnen, massiv stören: mit sechs Blockadezügen, massenhaften
Sitzprotesten und einem riesigen Verkehrschaos. Damit soll den Ministern
„mit friedlichen Mitteln“ der Zutritt zur Hofburg verwehrt werden.
Zugangsbeschränkungen für die EU-Minister
„Wir wollen
die Uni-Zugangsbeschränkungen für die Minister auch einmal erlebbar zu
machen“, so Raphaela vom Organisations-Komitee. Österreichs
Wissenschaftsministerin Beatrix Karl fürchtet keine peinlichen Zwischenfälle
für ihre EU-Kollegen durch die Blockaden: „Wir werden wir geplant in die
Hofburg fahren“, so Karl im Interview. Den unterirdischen Weg werde sie
nicht wählen.
„Freie Bildung für alle“ und „Mehr Geld für die Unis“ sind zwei
Hauptforderungen der Studenten, die von 63 zum Teil internationalen
Organisationen unterstützt werden und schon gestern in Linz protestiert
haben. Vor den Blockaden ziehen die Demonstranten heute vom Westbahnhof über
die Mariahilfer Straße und die Zweierlinie zurück über den Ring bis zum
Heldentor. Gleichzeitig streiken morgen 14 Uni-Institute. Auf der TU und dem
FH-Campus finden Protestversammlungen statt.
Bildungsministerin Karl zu Bologna:
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ÖSTERREICH: Verstehen Sie den Unmut der Studenten? Karl:
Sie wären besser beraten, aktiv mitzugestalten, als zu demonstrieren.
Die Studierenden haben auch die Möglichkeit ihre Forderungen via
Livestream in der Konferenz vorzutragen. ÖSTERREICH:
Warum hat Bologna mittlerweile einen so schlechten Ruf? Karl:
Bologna kann nur so gut sein wie seine nationale Umsetzung. Die ist
nicht in allen Bereichen so gut erfolgt wie wir es uns gewünscht
hätten. Teilweise werden Bologna aber Probleme zugeschoben, die damit
nichts zu tun haben.
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