Ärzte gegen Honorarkürzungen als Strafe

Auf die Hinterbeine

Ärzte gegen Honorarkürzungen als Strafe

Ärztekammer-Präsident Walter Dorner weist die Forderung von ÖVP-Gesundheitssprecher Erwin Rasinger nach strengeren Richtlinien bei der Fortbildung von Ärzten zurück. Rasingers Aussagen seien "etwas überzogen". Es gebe keinen andere Berufssparte, die derart hohe Qualitätsansprüche stelle, das gelte sowohl für die niedergelassenen Ärzte als auch für den Spitalsbereich.

Der schwarze Gesundheitssprecher will erreichen, dass Mediziner binnen drei Jahren ihre 150 "Fortbildungseinheiten" tatsächlich absolvieren. Wenn nicht, sollten ihnen Honorarkürzungen drohen: Im ersten Jahr etwa zehn Prozent, im zweiten Jahr könnten die Honorare um 20 Prozent gekürzt werden. Nach einem weiteren Jahr könnte der Vertrag mit dem Arzt gekündigt werden.

"Immer nur die Ärzte"
"Die Politik kann sich nicht nur an den Ärzten die Füße abstreifen und alle anderen können tun, was sie wollen." Wenn man strengere Fortbildungsrichtlinien von Ärzten verlange, dann müsse man das auch von anderen Berufen mit hoher Verantwortung - von Apothekern, Lehrern oder hohen Bankfunktionären - tun, meint der Kammer-Präsident.

Kritisieren könnte man vielleicht die Kontrolle, möglich wäre es etwa, so Dorner, einen Nachweis für die Absolvierung der sowieso vorgeschriebenen Fortbildung festzulegen. Sanktionen lehnt er ab.

Maximal 15% Faulpelze
Der Kammer-Präsident betonte, dass die Fortbildung weiter in den Händen der Ärzte bleiben müsse und er verwies auf die erbrachten Leistungen. Es gebe eine eigene Akademie und ein Fortbildungskonto für alle Ärzte. Den Vorwurf der mangelnden Fortbildung könne man vielleicht zehn bis 15 Prozent der Ärzte machen. "Aber die wollen wir ja erfassen."

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