Anhaltende SP-Kritik an Gusenbauer

Strache-Bilder

 

Anhaltende SP-Kritik an Gusenbauer

Gusenbauer hatte die Kampfsport-Fotos Straches im Military-Look als "Jugendtorheiten" abgetan. Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (S) dazu in der "Presse" (Dienstag-Ausgabe): "Das war vielleicht nicht die glücklichste Formulierung." Und SP-Europasprecher Caspar Einem forderte am Montag in der "Zeit im Bild 2" eine "klare Haltung" der SPÖ in dieser Causa.

Für Einem keine Jugendsünden
Bei den Bildern gehe es ja nicht um irgendwelche "Spielereien", betonte Einem und wies die Einschätzung seines Parteichefs zurück: "Das fällt für mich nicht unter Jugendsünden." Es könne zwar eine parlamentarische Kooperation mit der FPÖ in einzelnen Sachfragen geben, aber: "Ich habe kein Verständnis dafür, wenn es auch nur den Anschein hat als würde die SPÖ diese menschenverachtende Haltung auf der rechten Seite dulden." Und, so der Abgeordnete: "Ganz egal, ob eine Strategie oder nicht dahinter steht: Hier gibt es einen Maßstab und das sind die Menschen, die (den Holocaust, Anm.) gerade noch überlebt haben, und denen sind wir eine klare Haltung schuldig."

Haider: Strache soll kein Weichei sein
Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider (B) spottet indessen über die "Grundsatzerklärung" Straches zu Nationalsozialismus und Extremismus. "Ich verstehe nicht, warum sich jemand so vor seinen eigenen Bildern fürchtet. Wozu braucht es da eine Grundsatzerklärung?", sagt Haider im "Kurier" (Dienstag-Ausgabe). Und in der "Presse": "Er soll zu dem stehen, was er war und ist und kein Weichei sein."

Außerdem habe Strache "das rechte, nationale Lager verraten, indem er mit den italienischen Neofaschisten kooperiert, die die Autonomie Südtirols bekämpfen. Ich habe das nie getan", meint Haider. Dass er sich selbst im Jahr 1999 in einer Grundsatzrede von Rassismus und Nationalsozialismus distanziert hat, begründet Haider damit, dass es damals um die Regierungsbeteiligung der FPÖ ging und nicht "um ein vergilbtes Fotoalbum".

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