Ausländer-Chip-Karte kommt fix

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© TZ Österreich / Kernmayer

Ausländer-Chip-Karte kommt fix

Das Innenministerium plant 2011 eine elektronische Aufenthaltskarte für Ausländer, die nicht aus der EU stammen. Sie müssen künftig ihre Fingerabdrücke abgeben.

Wien. Die Ausländer aus genannten Drittstaaten werden ihre Fingerabdrücke bei der Fremdenbehörde abgeben müssen, wenn sie in Österreich leben wollen. Grund: Eine EU-Verordnung, die frühestens ab Mai 2011 auch in Österreich umgesetzt wird, zieht die Neugestaltung der sogenannten „Aufenthaltskarte“ nach sich.

Karte im Scheckkarten-Format mit Fingerabdruck
Konkret: Auf der neuen Karte im Scheckkartenformat sind alle Daten des Antragstellers, inklusive Foto und zwei Fingerabdrücken, auf einem elektronischen Chip gespeichert. Das erhöht die Sicherheit vor Fälschungen. Das Innenministe­rium bestätigt: „Die Aufenthaltskarte wird um biometrische Daten erweitert. An der Umsetzung wird gerade gearbeitet“, heißt es aus dem Büro von Innenministerin Maria Fekter. Bereits seit 2006 gibt es eine Aufenthaltskarte, aber ohne Chip und biometrische Daten.

Testphase beginnt in Österreich im Frühjahr 2011
Erst gestern, Samstag, entbrannte in Deutschland eine Diskussion über den elektronischen „Ausländerausweis“. Unsere Nachbarn starten noch vor Jahresende mit ihrem Testbetrieb.

In Österreich hingegen soll die Testphase laut Innenministerium erst ab dem Frühjahr 2011 laufen. Möglicherweise schon ab dem Stichtag 1. Mai 2011, sicher jedoch im Laufe des nächsten Jahres, werden dann alle neuen Antragsteller – pro Jahr sind das in Österreich rund 80.000 bis 200.000 – schon die neue Aufenthaltskarte erhalten. Auch bei allen Verlängerungen tritt die neue Regelung in Kraft.

Das Prozedere: Die Ausländer müssen zuerst bei der jeweiligen Fremdenbehörde ihre Fingerabdrücke und Daten abgeben. Produziert wird die neue Chipkarte von der Österreichischen Staatsdruckerei. Thomas Zach, stellvertretender Generaldirektor, sagt zu ÖSTERREICH: „Die Vorbereitungen dafür laufen etwa seit einem Jahr. Die Daten werden uns von den Behörden elektronisch übermittelt. Im Hochsicherheitsraum der Staatsdruckerei werden diese dann per Laser auf Chip und Karte eingebrannt.“

Nur bestimmte Behörden haben Zugriff auf Daten
Was den Datenschutz betrifft, soll die neue Aufenthaltskarte so sicher wie der neue österreichische Reisepass sein. Zach: „Die Schutzmechanismen sind dieselben wie beim neuen Pass. Nur bestimmte Behörden mit digitaler Signatur haben Zugriffsrechte.“

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