Die Uni soll wieder brennen

Aufstand gegen Karl

Die Uni soll wieder brennen

Offiziell sind sie allesamt noch in den Ferien. Doch heimlich, still und leise trafen sie sich am Wochenende in Salzburg zum Strategiegipfel – die Studenten wollen „­ihrer“ Ministerin Beatrix Karl einen heißen Herbst bereiten.

„In der Öffentlichkeit spiegelt Karl Dialogbereitschaft vor, sagt in Sonntagsreden, dass Österreich mehr Studienanfänger und Absolventen braucht“, ärgert sich Sigrid Maurer vom ÖH-Vorsitz-Team.

Ihr Mitstreiter Thomas Wallerberger beschreibt, wie dann die Praxis aussieht: „Knock-out-Prüfungen, Studiengebühren und Kaputtsparen sind die Realität. Wir lassen uns das nicht länger gefallen.“ Beim Studentengipfel in Salzburg wurde ein knallharter Eskalationsfahrplan für den Herbst erarbeitet:

Am Samstag wird in der Wiener City demonstriert
Schon am Samstag dieser Woche werden, so Wallerberger, einige Tausend Studenten in der Wiener Innenstadt demonstrieren. Die überparteiliche Plattform „Machen wir uns stark“ fordert mehr Geld für die Unis, das aus Vermögenssteuern kommen soll – dafür will man zunächst am Heldenplatz ­aufmarschieren.

Comeback der Audimax-Besetzung im Oktober
Der nächste Termin für eine Großaktion hat eine gewisse historische Bedeutung: Am 22. Oktober ist der erste Jahrestag der Audimax-Besetzung an der Wiener Uni – von der aus weltweit wochenlange Hörsaal- und Universitätsbesetzungen ausgingen.

„An diesem Jahrestag wird es sicher Aktionen geben“, so Wallerberger. Was dabei passiere, sei freilich noch offen: „Das läuft meistens eher spontan. Da gibt es Basisdemokratie – und sehr viele Meinungen, die sich dann rasch zu gezielten Aktionen verdichten können“, kündigt der ÖH-Vertreter jetzt schon spektakuläre Auftritte der Studenten an.

Faktum ist, dass sich Österreich im Zuge des Sparpakets, das die Koalition derzeit schnürt, endgültig davon verabschiedet, zwei Prozent des BIP für die Unis auszugeben – was noch vor kurzer Zeit als ganz großes Ziel der Politik galt.

"Wir gehen jetzt auf die Straße"

ÖSTERREICH: Sie wälzen aggressive Pläne für den Herbst. Was werfen Sie Ministerin Beatrix Karl vor?

Thomas Wallerberger: Karl kann sich jetzt schon warm anziehen. Wir kündigen der Ministerin einen heißen Uni-Herbst an. Es wird Aktionen geben. Sie hat bis jetzt nur völlig unausgegorene Pläne für Studiengebühren präsentiert. Und sie hat es völlig aufgegeben, ihre Ministerverantwortung wahrzunehmen. Andere Ressorts kämpfen um ihr Budget, Karl fallen nur ­Dialogverweigerung und Kaputtsparen ein.

ÖSTERREICH: Welche Aktionen sind geplant?

Wallerberger: Wir werden den Konflikt auf die Straße tragen – am kommenden Samstag ist die erste Demonstration in Wien, am Jahrestag der Audimax-Besetzung wird es an den Unis Aktionen geben. Das läuft dann sehr spontan. Mal sehen, was sich da entwickelt.

ÖSTERREICH: Wird das Audimax wieder monatelang besetzt werden?

Wallerberger: Das kann jedenfalls derzeit niemand ausschließen, denn die Wut aller Studenten auf die Politik wird immer heftiger. Wir wollen auf ordentlichem Niveau diskutieren und nicht länger zur Kenntnis nehmen, dass wir das internationale Uni-Schlusslicht sind.

Autor: Josef Galley

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