FPÖ kürzte laut Öllinger seine E-Mails

"Heikle Teile" weg

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FPÖ kürzte laut Öllinger seine E-Mails

Die E-Mails des Grünen Karl Öllinger, die die FPÖ vergangene Woche präsentiert hat und die auch auf der Homepage des Dritten Nationalratspräsidenten Martin Graf nachzulesen sind, sollen von den Freiheitlichen gekürzt und "zensiert" worden sein. "Das Dokument, das die FPÖ präsentiert hat, verschweigt heikle Passagen über Personen, die für die FPÖ tätig sind", erklärt jetzt Öllinger.

Auch stelle sich noch die Frage, wie die Freiheitlichen an die elektronische Post gekommen sind - einen "Maulwurf" bei den Grünen schließt er "zu 99,9 Prozent" aus.

Hier geht's zu den Mails.

Neonazi-Connection entfernt
Öllinger betreibt nach eigenen Angaben Recherchen über Neonazis in Österreich und ihre Kontakte. Dass einem dabei Freiheitliche "über den Weg laufen", sei bedenklich. Aus dem veröffentlichten E-Mail-Verkehr mit dem Beamten Uwe S. habe die FPÖ genau jene Passagen entfernt, die das neonazistische Alpen-Donau-Forum, eine FPÖ-Ortsgruppe und freiheitliche Kandidaten in Linz betreffen, so der Grün-Abgeordnete. Öllinger erwägt nun rechtliche Schritte zum "Datenklau".

Verbindung Alpe Donau + FPÖ
Das Alpen-Donau-Forum werde von einer "sehr gefährlichen Gruppe" betrieben und es gebe eine "klare Schiene" zwischen dem Portal und einzelnen FPÖ-Funktionären. Laut Öllinger habe es in diesem Forum unter einem Nickname auch eine Morddrohung gegen einen Grünen Landtagsabgeordneten aus Oberösterreich gegeben. Die Exekutive müsse die Person, die dahintersteckt ausfindig machen.

Die FPÖ hatte in der Nationalratssitzung am Freitag den Grünen und insbesondere Öllinger vorgeworfen, über Beamte des Innenministeriums die Freiheitlichen "bespitzelt" zu haben. Heinz-Christian Strache verwies dabei auf die entsprechenden E-Mails. Die angeblichen "Bespitzelungen" gaben den Anstoß für die Einrichtung eines Untersuchungsausschusses.

Kickl findet Öllinger rücktrittsreif
FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl möchte den Grünen Mandatar jetzt aus dem Parlament draußen haben. "Öllinger gibt ohne Genierer zu, gemeinsam mit einem IT-Spezialisten der Polizei FPÖ-Mandatare bespitzelt zu haben", so Kickl. "Das sollte für einen sofortigen Rücktritt eigentlich reichen."

"Psychotroper Spitzelrausch"
Eine "klare Schiene" zwischen einem "Neonazi-Portal einer sehr gefährlichen Gruppe" und der FPÖ gebe es nicht, so Kickl, wiewohl im "psychotropen Spitzelrausch" bald etwas gefährlich aussehe. Er könne ausschließen, dass hier ein Zusammenhang bestehe. Zudem habe sich die FPÖ bereits klar von einer Vereinnahmung durch diese Gruppe distanziert.

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