Sensationsauftritt vor Gericht

Helmut Elsner

Sensationsauftritt vor Gericht

Normalerweise erinnern Entscheidungen am Obersten Gerichtshof eher an eine geschlossene Gesellschaft. Doch morgen und am 23. Dezember steht im Justizpalast der Showdown im Bawag-Fall am Tagesprogramm. Und das verspricht Hochspannung. Nicht zuletzt, weil der Ex-Bawag-Manager Helmut Elsner, der in erster Instanz zu 9,5 Jahren verurteilt wurde, zur Verhandlung erscheinen wird.

Rede von Elsner wird 
mit Spannung erwartet
Damit wurde bis zuletzt eigentlich nicht gerechnet. Denn Elsners Arzt in der Haftanstalt Josefstadt und auch seine Frau Ruth (53) hatten dem Ex-Bawag-Manager abgeraten, vor dem OGH zu erscheinen. "Wir haben Angst, dass ihn die Situation zu sehr aufregt", so Ruth Elsner.

Aber damit nicht genug: Der 75-Jährige, der seit fast vier Jahren in U-Haft sitzt, will ein Schlussplädoyer vor den Höchstrichtern halten. Und wer Helmut Elsner kennt, der weiß, dass er sich kein Blatt vor den Mund nimmt. Auch nicht, wenn es sich um den OGH handelt. "Es ist der ausdrückliche Wunsch meines Mannes, ein Schlusswort zu halten. Dafür nimmt er das gesundheitliche Risiko in Kauf", erzählt Ruth Elsner besorgt.

Die 100 Sitze im Großen Saal des Justizpalastes werden mit Journalisten und Gerichtskiebitzen bis auf den letzten Platz gefüllt sein.

Elsner kommt in Trainings­hose und Pulli zum OGH
Auch Ruth Elsner und Tochter Marie-Therese werden unter den Besuchern sein. Der Ablauf folgt einem strengen Protokoll. Morgen, gegen 8.50 Uhr, wird Helmut Elsner von den Justizwachebeamten in den Großen Saal geführt. Während die Mitangeklagten – sein Nachfolger Johann Zwettler und Ex-Bawag-Vorstand Peter Nakowitz  – in eleganten Anzügen erscheinen werden, tritt Elsner in Trainingshose und einem einfachen Pullover vor die Höchstrichter. "Mein Mann hat aus gesundheitlichen Gründen in der Haft 22 Kilo zugenommen. Ihm passen seine Anzüge nicht mehr. Daher kommt er mit der Kleidung, die er in der U-Haft trägt", so Ruth Elsner.

Gebackener Karpfen wird zu Weihnachten serviert
Gegen 9 Uhr ist der Auftakt der Verhandlung. Am frühen Nachmittag steht dann das große Finale am Programm. Helmut Elsner wird das Wort erteilt. Die Chancen, dass die Urteile teilweise aufgehoben werden, stehen gut. Die Generalprokuratur hat empfohlen, große Teile des Bawag-Urteils von Justizministerin Claudia Bandion-Ortner aufzuheben. Am 23. Dezember um 9  Uhr werden die Urteile verkündet. Wird das Strafmaß reduziert, kann Helmut Elsner sofort als freier Mann nach Hause gehen.

Am 24. Dezember wartet dann ein gebackener Karpfen auf den Ex-U-Häftling.

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