Platter-Interview

"Ich habe drei Herzen in meiner Brust"

ÖSTERREICH: Wie getroffen sind Sie persönlich vom Tiroler Wahlergebnis?
Günther Platter: Das ist ein schmerzlicher Verlust gewesen – logisch erklärbar, weil wir plötzlich aus den eigenen Reihen einen neuen Mitbewerber hatten.

In einer Sitzung hat sich der Tiroler ÖAAB dafür ausgesprochen, dass Sie das Amt des Tiroler Landeshauptmanns übernehmen. Wissen Sie davon? Es ist gut, wenn sich die Bünde der ÖVP über die Zukunft Gedanken machen. Und ich fühle mich auch sehr geehrt, wenn ich für die Funktion des Landeshauptmanns von Tirol genannt werde. Aber es ist so, dass wir im Landesparteivorstand der Tiroler ÖVP einen klaren Beschluss haben – und der heißt, dass wir derzeit keine Personaldiskussion führen, sondern ich gemeinsam mit Herwig van Staa jetzt die Orientierungsgespräche für eine Koalitionsbildung führe.

Was sagen Sie Ihren Freunden vom ÖAAB, die Sie als neuen Landeshauptmann in Tirol haben wollen?
Dass ich jetzt gemeinsam mit Herwig van Staa die Koalitionsverhandlungen führe – und sich alle anderen Fragen erst nachher stellen.

Aber Sie würden schon gerne Landeshauptmann in Tirol werden?
Ich bin mit ganzem Herzen und ganzer Leidenschaft Innenminister. Alles Weitere steht in den Sternen.

Vielleicht haben Sie zwei Herzen in Ihrer Brust?
Ich habe sogar drei Herzen in meiner Brust: Eines schlägt für Europa, eines für Österreich und ich bin begeisterter Tiroler. Das ist meine Heimat.

Das Tiroler Herz schlägt am stärksten?
Meine Wurzeln sind in Tirol. Und ein g’standener Tiroler ist ein Tiefwurzler und kein Flachwurzler.

Führt die Diskussion über Gusenbauer in der SPÖ zu einer Regierungskrise?
Ich spreche als ÖVP- Minister – aber die ständigen Personaldiskussionen in der SPÖ schwächen die gesamte Regierung. Das ist auf die Dauer sicher nicht tragbar.

Heißt das, dass auch die Regierung auf dem Spielt steht?
Man muss sich auf einen Regierungspartner verlassen können. Wenn ein Partner, so wie derzeit die SPÖ, jeden Tag seine Position ändert, wird es auf Dauer unmöglich, ein Land zu regieren.

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