Sonderthema:
Kritik und Zustimmung zu Familien-Aussagen von Gesundheitsministerin

Andrea Kdolsky

© (c) APA/HELMUT FOHRINGER

Kritik und Zustimmung zu Familien-Aussagen von Gesundheitsministerin

Man sollte in einer freien Gesellschaft nicht ständig Lebensmodelle gegeneinander antreten lassen und bewerten, sondern Rahmenbedingungen für Gestaltungs- und Wahlmöglichkeiten schaffen“, schreibt Ex-Justizministerin Karin Gastinger, glückliche Mutter eines Sohnes, in der Donnerstag-Ausgabe von ÖSTERREICH.

Kdolsky sei zitiert worden, sie habe Kinder als lästige Elemente der Gesellschaft abqualifiziert, die beim Dinieren in New Yorker Luxusrestaurants stören. Gastinger dazu: „Ich denke, dass man mit solch billiger Kampfrhetorik der Familienpolitik mehr Schaden zufügt als Frau Dr. Kdolsky mit ihren Aussagen zu kinderlosen Partnerschaften.“ Sie wolle Andrea Kdolsky zu ihrem „Mut“ gratulieren, und sie darauf hinweisen, „dass die Gestaltungsfreiheit des Familienbildes nicht bei Kinderlosigkeit endet.“

Verteidigung für Kdolsky
Ingried Brugger, Chefin des BA-CA Kunstforums in Wien, spricht sich in ÖSTERREICH gegen die Verurteilung Kdolskys aus. Die kinderlose Kunstmanagerin: „Wunderbar! Die ÖVP entdeckt – spät aber doch – das reale Leben. (..) Es gibt Familien mit Kindern und solche ohne. Das ist mittlerweile common sense, auch in einem Land, in dem ein auflagenstarkes Boulevard-Blatt seinen Erfolg auf Geschichten über Kinder und Tiere aufgebaut hat. Und Nackerte. Und eine christliche, von Exerzitien erprobte und wallfahrenden Obmännern geführte Partei offenbar ihren Wertekatalog auf der Überlegung aufgebaut hat, päpstlicher als der Papst und katholischer als die Kirche zu sein.“

Kinderlose Menschen, wie sie, seien keine Ungeheuer, wie es die Familienpolitik der vergangenen Jahre glaubhaft gemacht hätte, schreibt Brugger in ÖSTERREICH: „Natürlich ist Kinderlosigkeit – wenn schon nicht biologisch oder durch andere widrige Umstände bedingt – ein erfüllendes Lebensmodell, zu dem ich mich zum Beispiel sehr bewusst entschieden habe; wissend, dass das nicht immer sehr einfach ist. Und natürlich ist es erlaubt, Kindern, die sich unmöglich benehmen, dieses auch mit zu teilen. Vielleicht hätte der ÖVP die frühere Auseinandersetzung mit diesem Alltag geholfen, zeitgenössische Familienmodelle zu verstehen.“

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