OÖ-Wahl: ÖVP vor Debakel

Politik

OÖ-Wahl: ÖVP vor Debakel

Diese Gallup-Umfrage ist absoluter Sprengstoff für die letzte Woche des Oberösterreich-Wahlkampfs:

– Die ÖVP wird – wenn Landes-Kaiser Pühringer nicht in letzter Sekunde den Wahlkampf-Turbo zündet – ein historisches Debakel erleben:Laut Gallup droht ihr ein Absturz auf nur mehr 37 %, also ein Minus von 10 % zur letzten Wahl und der Verlust der schwarz-grünen Regierung.

150919_OOE_Zufrieden.jpg

– Die FPÖ verdoppelt sich auf 29 % und kann in der letzten Woche sogar noch die 30 %-Hürde überspringen.

– Die SPÖ verliert laut Gallup mit 6 % Minus weniger als die ÖVP, fällt aber mit 19 % unter die 20 %-Marke.

150918_OOE_Sonntagsfrage.jpg

– Die Grünen fliegen mit nur 10 % aus der Regierung – Pühringer muss künftig wohl entweder mit Blau oder mit Rot in eine Koalition.

– Die NEOS dürften mit 3 % den Einzug nicht schaffen.

Pühringer persönlich gut wie nie: 63 % bei Direktwahl

Geradezu paradox sind die sensationellen persönlichen Werte von Landeshauptmann Pühringer in der Umfrage:

150918_OOE_Landeshaupt.jpg

– 63 % würden ihn in einer Direktwahl zum Landeshauptmann wählen – nur 17 % den farblosen FPÖ-Kandidaten.

– Sensationelle 76 % aller Oberösterreicher sind mit Pühringers Arbeit als Landeshauptmann zufrieden – nur 24 % nicht.

– Und 68 % sind sogar mit der schwarz-grünen Landesregierung zufrieden, die sie gerade abwählen.

34 % der FPÖ-Wähler sind reine Protest-Wähler

Die Protest-Stimmung dürfte Pühringer extrem schaden.

Über 60 % sagen, dass die Flüchtlingsfrage bei der Wahl-Entscheidung wichtig ist.

30 % sehen das Eindämmen der Flüchtlinge sogar als wichtigstes Thema.

Die FPÖ-Wähler protestieren zu 14 % gegen den Flüchtlings-Ansturm und zu 20 % gegen die Bundesregierung.

150919_OOE_LH_Zufrieden.jpg

 

"Es geht jetzt um den Landeshauptmann"

ÖSTERREICH: Sie haben sehr gute persönliche Werte, können diese aber überhaupt nicht auf Ihre Partei ummünzen. Warum nicht?
Josef Pühringer: Weil wir derzeit keine Chance haben, mit der Landespolitik durchzukommen. Das Flüchtlingsthema, das der FPÖ in die Hand spielt, überschattet alles.

ÖSTERREICH: Sind Sie ein „Opfer“ des politischen Großklimas, das das Klima im Land massiv beeinflusst?
Pühringer: Wir sind unheimlich betroffen, weil das eine Thema alles beherrscht. Das ist weit ärger als vor 12 Jahren bei der ­Voest-Privatisierung. Ich weiß nicht, warum es immer uns erwischt.

ÖSTERREICH: Ist die Wahl für Sie schon verloren?
Pühringer: Das glaube ich nicht. Wir werden den Bürgern jetzt eindringlich sagen: Es geht nicht um Wien, es geht nicht um eine Asyl-Abstimmung, es geht ausschließlich um Oberösterreich. Und es geht natürlich um den Landeshauptmann.

ÖSTERREICH: Was heißt das? Bezweifeln Sie sogar, dass die ÖVP stärkste Partei bleibt?
Pühringer: Auch das kann man in Zweifel ziehen. Andere Parteien haben die Möglichkeit, bei der Wahl im Landtag sich zusammenzutun und einen anderen als Landeshauptmann zu wählen.

ÖSTERREICH: Blau-Rot ginge sich aus, aber der SPÖ-Kandidat hat die Zusammenarbeit ausgeschlossen.
Pühringer: Ausgeschlossen wird vor der Wahl viel. Ich bin zu lange in der Politik, als dass ich nicht wüsste: Alles ist möglich.

ÖSTERREICH: Hätte man in der Bundespolitik etwas anders machen können?
Pühringer: Jedenfalls hat man zu sehr den Eindruck erweckt: In Österreich herrscht Flüchtlingschaos, was ich für Oberösterreich überhaupt nicht behaupten kann.

Debora Knob

Diesen Artikel teilen:

Posten Sie Ihre Meinung

Kommentare ausblenden

Anzeigen

Werbung

Jetzt Live
Diese Videos könnten Sie auch interessieren
Wiederholen
Jetzt NEU

oe24.TV im Livestream: 24 Stunden News!

Live auf oe24.TV 1 / 10

Top Gelesen 1 / 10

Diese Website verwendet Cookies
Cookies dienen der Benutzerführung und der Webanalyse und helfen dabei, die Funktionalität der Website zu verbessern, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Nähere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Impressum  
Es gibt neue Nachrichten