ORF: Showdown im Stiftungsrat

Abwahlantrag

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ORF: Showdown im Stiftungsrat

Gestern war wieder Stress pur am Küniglberg angesagt: Zunächst tagte die ORF-Geschäftsführersitzung im sechsten Stock im ORF-Zentrum. Vier der eigentlich sechs Direktoren debattierten nur kurz über die erfreuliche Finanzentwicklung. Dann ging es ans Eingemachte: ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz informierte seine Kollegen, dass er gestern den Punkt "Abwahlantrag gegen ORF-Informationsdirektor Elmar Oberhauser“ in die Tagesordnung für die Stiftungsratssitzung am 11. November eingebracht habe. Er kündigte freilich auch an, dass er weiter versuchen werde, sich "gütlich“ mit dem beurlaubten Infochef zu einigen. Dass es aber derzeit eher nach einem Showdown im ORF-Stiftungsrat aussehe. Konkret geht es um jene Zahlungen, die dem 63-jährigen Oberhauser laut seinem Vertrag zustehen.

Oberhauser will Auftritt 
im ORF-Stiftungsrat
Von ÖSTERREICH darauf angesprochen, zeigt sich Oberhauser genervt: "Ich will nur, was mir nach fast vierzig Jahren Arbeit für den ORF auch zusteht.“ Im Übrigen „habe ich keine Dienstwohnung“, stellt Oberhauser klar. Tatsächlich handelt es sich bei der Wohnung in der Argentinierstraße "nur“ um eine – wie von ÖSTERREICH auch geschrieben – günstigere Miete (300 statt üblicher 1.000 Euro). Ansonsten will Oberhauser "nichts sagen“. Kein Wunder. Denn derzeit sind die Anwälte am Wort: Sie haben bis zum 11. November noch Zeit, sich „gütlich zu einigen“, ansonsten wird Oberhauser von einer klaren Mehrheit im ORF-Stiftungsrat abgewählt werden. Gegenüber Freunden erklärte Oberhauser aber, dass er sich dennoch lieber dem Stiftungsrat am 11. November stellen wolle. Tatsächlich würde Oberhauser dort vor der Abstimmung über seine Abwahl ein "Anhörungsrecht eingeräumt werden“, heißt es aus Stiftungsratskreisen. Ein Freund Oberhausers sagt: "Elmo wird dort über Polit-Interventionen und Sonstiges auspacken und versuchen, mit einem Plädoyer die Stimmung für sich zu drehen.“

Stiftungsratschefin: "ORF-Wahl bereits im März 2011"
Die ORF-Stiftungsratsvorsitzende Brigitte Kulovits-Rupp wird er wohl nicht überzeugen. Im ÖSTERREICH-Gespräch erklärt sie: "Die Art wie Oberhauser seine Verhaberung mit den Mächtigen im Land vor sich her trägt, ist degoutant. Solche Typen sind noch nicht in diesem Jahrtausend angekommen. Ich verstehe nicht weshalb er nicht von sich aus gegangen ist.“ Und Kulovits-Rupp erklärt, dass sie "für eine vorgezogene ORF-Geschäftsführungswahl im März 2011“.

Autor: Isabelle Daniel
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