ÖVP Duell um Kommissar-Job

Pröll will Molterer

© APA/Robert Jaeger

ÖVP Duell um Kommissar-Job

Unmittelbar nach dem desaströsen Wahlergebnis der SPÖ zementierte die ÖVP ihren Anspruch auf den hohen EU-Job in Brüssel: „Nach diesem Ergebnis ist aus meiner Sicht klar: Wir wollen den Kommissar stellen“, so Vizekanzler Josef Pröll unzweideutig. In Parteikreisen ist auch klar, wen er für den Posten präferiert: Wilhelm Molterer.

Tausendsassa Molterer
Der Ex-Finanzminister gilt als „Universalist“: „Bis auf Frauen-Angelegenheiten könnten wir ihn überall unterbringen“, meint ein Parteigänger. Zudem passe zwischen Molterer und Pröll „kein Blatt Papier“.

Barroso will Plassnik
Als Molterers gefährlichste Konkurrentin wird Ursula Plassnik gehandelt. Allein, in der ÖVP hat sie die schlechteren Karten: Sie werde zwar fachlich geschätzt, sei aber „nicht super beliebt“, so ein Insider. Doch Plassnik kann auf Unterstützung aus Brüssel zählen. Denn Kommissions-Präsident José Manuel Barroso kennt sie noch aus ihrer Zeit als Außenministerin und hält große Stücke auf sie. Letztlich wird er es sein, der sich sein Team zusammenstellt. Am 31. Oktober soll die Kommission stehen.

Dafür muss der konservative Portugiese allerdings für eine zweite Amtszeit bestätigt werden. Beim Gipfel der Regierungschefs kommenden Donnerstag und Freitag will Tschechiens EU-Rats-Vorsitzender Mirek Topolánek Barroso als neuen alten Präsidenten vorschlagen. Dann folgt das Votum des Parlaments. Angesichts der starken Zuwächse der Konservativen gilt die Wiederwahl als wahrscheinlich.

Welches Ressort?
Offen bleibt, welches Ressort ein heimischer Kommissar künftig besetzen kann. Als mögliches Szenario gilt die Nachbesetzung des Außen-Ressorts, das bislang von Benita-Ferrero-Waldner geführt wird. Damit hätte Plassnik als Frau und Außenpolitikerin den Job so gut wie fix. In allen anderen Bereichen könnte Molterer punkten.

Schüssel noch im Rennen
Neben den Top-Favoriten fallen in der ÖVP auch noch andere Namen: So stehen Martin Bartenstein und Wolfgang Schüssel noch immer bereit. Allerdings ist Bartenstein an sein Pharma-Unternehmen gebunden. Und Schüssel will laut Insidern „nicht mehr in der ersten Reihe stehen.“

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