Österreich nimmt irakische Christen auf

Nach Übergriffen

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Österreich nimmt irakische Christen auf

In Wien sind am heutigen Donnerstag irakische Christen angekommen, die nach den jüngsten gewaltsamen Übergriffen im Irak nun in Österreich Schutz erhalten. Innenministerin Maria Fekter (V) hatte diese Hilfsaktion initiiert. Die 30 Iraker konnten Bagdad via Amman bzw. Damaskus verlassen und werden in den nächsten Monaten im Haus der Bildung und beruflichen Integration des Österreichischen Integrationsfonds untergebracht.

Verfolgung
Seit dem Sturz des Regimes von Saddam Hussein im Jahr 2003 sehen sich die Christen im Irak zunehmend der Verfolgung ausgesetzt. Die dramatische Zuspitzung der Lage führte dazu, dass sich die Zahl der Christen im Zweistromland mehr als halbiert haben soll - von 1,2 Millionen auf unter 600.000. Im vergangenen Oktober wurden bei der Erstürmung einer Kirche in Bagdad durch islamistische Extremisten fast 60 Menschen getötet.

Außenminister Michael Spindelegger (V) hatte im November des vorigen Jahres die irakische Regierung für das "stillschweigende Tolerieren" der Verfolgungen von Christen kritisiert und sich für ein entschiedenes Auftreten Europas zum Schutz der christlichen Gemeinden insbesondere im Nahen und Mittleren Osten eingesetzt.

Langfristige Lösung nötig
"Es ist erfreulich, dass den Betroffenen nun die Türe in eine sichere Zukunft offensteht", erklärte Spindelegger. Zugleich verwies der Minister auf die Notwendigkeit einer langfristigen Lösung: "Unser Ziel muss es sein, dass Christen - ebenso wie andere religiöse Gemeinschaften - weltweit ihren Glauben frei und ohne Repressionen ausüben können". Die Aufnahme durch Drittstaaten könne daher "keine generelle Lösung" sein.

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