Parlamentsumbau kostet 56,9 Millionen

Sanierungsbedürftig

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Parlamentsumbau kostet 56,9 Millionen

Der Umbau des sanierungsbedürftigen Parlaments soll ersten Berechnungen zufolge rund 56,9 Mio. Euro kosten. Neben dem Pflichtprogramm wie der Renovierung des Sitzungssaals des Nationalrates hat das Baukomitee nun auch einige Zusatzmaßnahmen beschlossen, etwa die Erneuerung der Besuchergalerie im Plenarsaal. Ein genauer Zeitplan liegt noch nicht vor, ab dem ersten Halbjahr 2011 soll das Parlament aber eine "echte Baustelle" sein, sagte Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (S).

"Höchst sanierungsbedürftig"
Das Parlament sei "höchst sanierungsbedürftig", betonte Prammer einmal mehr. Auch Wolfgang Großruck (V), Vorsitzender des Baukomitees, nannte eine Generalsanierung "notwendig". Erstens wegen des Bauzustandes, zweitens müsse die Funktionalität an den steigenden Parlamentsbetrieb angeglichen werden. Aber auch für die Konjunktur sei das Projekt wichtig, meinte Großruck. Immerhin würden zehn Prozent der Bausumme direkt "arbeitsplatzwirksam" sein.

Grundsätzlich wurden die Kosten mit rund 56,9 Mio. Euro berechnet. Allerdings gebe es eine Schwankungsbreite von 30 Prozent, denn "das Haus ist die Unbekannte". Die ersten 36 Mio. Euro seien bereits budgetiert, erklärte Großruck. Neben der Sanierung des Sitzungssaales des Nationalrates (24,8 Mio.) soll unter dem Saal ein "multifunktionales" Besucherfoyer (6,4 Mio.) im Erdgeschoss entstehen, das auch für Veranstaltungen und Ausschusssitzungen genutzt werden soll.

Weiters werden der Balkon und die Besuchergalerie im Plenarsaal neu und vor allem behindertengerecht gestaltet, was drei Mio. Euro kosten soll. Im Dachbereich sollen "multifunktionale Kommunikationsflächen" inklusive Fluchtstiegen entstehen, die auch Gastronomieangebote beherbergen sollen. Die Kosten dafür belaufen sich vorerst auf 8,3 Mio. Euro.

Baubeginn 2011
Ein genauer Zeitplan wird in den nächsten Monaten ausgearbeitet. Der neue Sitzungssaal soll laut Prammer bis 2013 fertig sein, der allgemeine Baubeginn ist für das erste Halbjahr 2011 geplant. Der Betrieb des Parlaments wird während der Bauphase aufrechterhalten, ausgewichen wird auf ein Containerdorf und auf den Historischen Sitzungssaal. "Wir müssen da sehr sensibel vorgehen", erklärte Prammer.

Nun würden die Verhandlungen mit den Bauträgern anstehen, bis Ende September werden außerdem Ergebnisse zum Brandschutzkonzept, einem Gebäude-Scan und einer Studie zum Zustand des Daches erwartet. Prammer versprach für die Umbauarbeiten "höchste Transparenz". Sie werde einen Projektbeirat einrichten, in dem unter anderem das Baukomitee sitzen soll. Von diesem Kontrollinstrument "erwarte ich mir enorm viel", so Prammer, auch, dass Kostenexplosionen vermieden werden.

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